Essen

#krankepolitik-Plakate in Essen: Wer steckt eigentlich dahinter?

#krankepolitik: Mit diesen Schildern wirbt Gero Kühn im Essener Stadtgebiet für seine Kandidatur.
#krankepolitik: Mit diesen Schildern wirbt Gero Kühn im Essener Stadtgebiet für seine Kandidatur.
Foto: oH
  • Parteiloser Ex-Pirat stellt sich zur Wahl
  • Am 14. Mai ist Landtagswahl
  • Gero Kühn kämpft einen nahezu aussichtslosen Wahlkampf

Essen. #krankepolitik steht auf den Schildern, die im ganzen Essener Stadtgebiet verteilt sind. Hast du dich auch schonmal gefragt, wer eigentlich dieser Typ ist, der darauf zu sehen ist? Diese Frage beantworten wir gern.

Gero Kühn heißt der Mann, der sich hinter den Plakaten mit dem verwirrenden Hashtag verbirgt.

Bis vor zwei Jahren war er Mitglied der Piratenpartei, hat diese aber verlassen. Und will sich nun im Alleingang und parteilos aufstellen lassen.

Der #krankepolitik spiegelt dabei seine Sicht der heutigen Politik wieder. "So wie Politik heute praktiziert wird, ist sie eine völlige Parodie dessen, was man sich als durchschnittlicher Bürger unter Demokratie vorstellt."

Gero Kühn distanziert sich vehement von AfD und Co.

Auf seinen Plakaten lasse sich die Begründung dieser krassen Sicht nicht widerspiegeln. Deswegen der Hashtag. Auch wenn andere Parteien eine ähnliche Sicht der Dinge haben, distanziert sich Gero Kühn vehement von ihnen.

"Die AfD möchte gleich das ganze politische System abschaffen, ist unzweifelhaft rechtsextrem. Inhaltlich könnte ich da kaum weiter von entfernt sein. Mit dem Nationalstolz und extremen Konservatismus will ich nicht das Geringste zu tun haben. Ich gebe allerdings offen gegenüber jedem, der es wissen will, zu, dass ich dieses Stichwort (#krankepolitik) natürlich auch genau deshalb so provokant gewählt habe, um so mögliche Wählerstimmen von 'Frustrierten' zu bekommen, die sich möglicherweise erst in der Wahlkabine entscheiden und sonst die AfD gewählt hätten, nur weil sie einfach das politische System 'brennen sehen' und den etablierten Parteien 'einen Denkzettel verpassen' wollen."

Den Denkzettel wünsche er sich auch. Er möchte aber eben "keine Nazis in Parlamenten als Konsequenz". Außerdem sehe er niemanden sonst, der glaubhaft für Protest steht.

Er glaubt nicht, dass er es in den Landtag schafft

Trotzdem glaubt Gero Kühn nicht daran, dass er es überhaupt in den Landtag schafft. Seinen Wahlkampf inklusive aller Plakate zahlt er aus eigener Tasche und hofft, dass seine Kampagne nicht ganz wirkungslos bleibe.

"Ein aussichtsloser Wahlkampf ist nicht gleich wirkungslos. Ich mache das aus Überzeugung. Ich hoffe, dass ich den einen oder anderen mal zum Nachdenken anrege."

Außerdem hofft der 38-Jährige, dass ein nazifreier Protest gegen die bestehende Politik und gegen alteingesessene Parteien möglich ist.

Er will das Mandat ernst nehmen

"Falls wider Erwarten ein politischer Erdrutsch eintreten und ich es aus irgendeinem Grund tatsächlich doch in den Landtag schaffen sollte, dann nehme ich das Mandat natürlich ernst und würde das genau wie das Bundesvertretungs-Mandat als Bürgerauftrag für eine ehrlichere, transparentere und vor allem von Sachargumenten getriebenere Politik verstehen."

Wenn du das Parteiprogramm von Gero Kühn lesen möchtest, findest du das hier.

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