Krach auf Schleichwegen zur A40 nervt Anwohner in Essen

Gerd Niewerth
Auf der gesperrten A40 Richtung Bochum
Auf der gesperrten A40 Richtung Bochum
Foto: Essen
Die Verfüllung des alten Bergbauschachtes unter der A40 hat am Montag begonnen. Erfreulich nach dem Chaos-Donnerstag: kein Stau während der Feiertage. Straßen NRW hofft ab Dienstag auf spürbare Normalisierung des Verkehrs. Die Autobahn-Sperrung dauert voraussichtlich noch bis Anfang Mai.

Essen. Diese wohltuende Verkehrsberuhigung erfolgte mit Ansage: Auf den Chaos-Donnerstag mit quälend langen Staus, strapaziösen Umleitungen und fluchenden Autofahrern folgte ein weitgehend entspanntes Osterwochenende. „Alles lief störungsfrei“, sagt erleichtert Frank Theißing, als Projektleiter bei „Straßen NRW“ verantwortlich für die spektakulärste Baustelle an Rhein und Ruhr. Um den alten Bergbauschacht auf der A40 verfüllen zu können, sind der Ruhrschnellweg zwischen Huttrop und Frillendorf sowie die A52 ab Bergerhausen (Richtung Bochum) voll gesperrt.

Und wie geht’s weiter? „Die Verkehrsprobleme dürften eher gering sein“, prophezeite Bernd Löchter, Pressesprecher des Landesbetriebs „Straßen NRW“ schon vor dem Dienstag, und fügte als Begründung hinzu: „Bei den Autofahrern wird sich ein Gewöhnungseffekt einstellen, sie werden die Baustelle weiträumig umfahren.“

An der Baustelle selbst geht’s planmäßig voran. Am Montagmittag meldet Jörg Mittrach, der DMT-Altbergbau-Spezialist: „Wir haben den Schacht angebohrt und das Schachttiefste erreicht.“ Ein Punkt, der exakt 58,5 Meter unterm Autobahnasphalt liegt.

Nun geht es ans Verpressen, der entscheidende Schritt, der den mit Lockermassen verfüllten Schurfschacht von 1847 endlich stabilisieren und einen Katastrophen-Krater auf der A40 für immer unmöglich machen soll. Die Masse im Erkundungsschacht ,Joachim’ sei „extrem locker“, sagt Jörg Mittrach, „so locker wie Prütt.“

Sperrung wird wohl bis zum 1. Mai andauern

Wer hofft, das Zementgemisch werde jetzt in großen Mengen und mit Hockdruck in fluffiges Erdreich und Hohlräume gepresst, sieht sich getäuscht. „Mehr als 15 Liter pro Minute sind nicht drin“, sagt Mittrach. Macht am ersten Tag höchstens 8 bis 10 Kubikmeter - ein Bruchteil dessen, was insgesamt zum Verpressen ansteht. „Unsere Prognose bleibt: Die Sperrung wird wohl bis zum 1. Mai dauern“, sagt Projektleiter Theißing.

Viele verzweifelte Autofahrer, die trotz inständigster Warnung am Donnerstag in das Stau-Chaos fuhren, wunderten sich darüber, dass der Verkehr von den Autobahnen nur im Zeitlupentempo auf die städtischen Umleitungsstrecken floss. Doch Dieter Schmitz, Leiter des städtischen Amtes für Straßen und Verkehr, betont: „Wir haben unseren Spielraum bei der Ampelschaltung voll ausgereizt, eine längere Grünphase ist nicht drin.“

A 40Pfiffige Autofahrer versuchen unterdessen Zeit zu gewinnen, indem sie die mit roten Punkten markierte Umleitungsstrecke meiden und auf Schleichwege einbiegen. Natürlich zum Ärger der Anwohner. Petra und Holger Landmann aus Huttrop etwa beklagen die Zustände auf der Blumenthal- und Vollmerstraße. Inbesondere Reisebusse und 40-Tonner nutzten die Tempo-30-Wohnstraße als Abkürzung. Weil der Rückstau lang sei, kämen sie aus der eigenen Straße nicht mehr heraus. „Besonders unerträglich ist die Situation aber in den Abend- und Nachstunden.“ Ihr Vorschlag: die Blumenthalstraße einfach absperren.