Kontrolleure kritisieren Etikettenschwindel bei Fassbrause

Seit Dezember produziert Stauder die Fassbrause. Foto: Stauder
Seit Dezember produziert Stauder die Fassbrause. Foto: Stauder
Mehreren Brauereien in NRW drohen laut einem Bericht des Focus Verfahren wegen Verbrauchertäuschung. So handele es sich bei der Fassbrause um ein Biermischgetränk, nicht um eine Brause. Die Stauder-Brauerei, die das Produkt im Dezember erfolgreich auf den Markt brachte, sieht die Vorwürfe gelassen.

Essen.. In modernem Design und ziemlich frisch kommt es daher, das neue Mitglied der Stauder-Produktpalette. Seit Dezember lanciert die Brauerei die alkoholfreie Fassbrause auf dem Markt - ein Erfrischungsgetränk, das in der Kaiserzeit vor allem in Berlin populär wurde. Die Kölner Brauerei Gaffel entdeckte es als erstes für sich wieder, demnächst wollen auch die Branchenprimi Veltins und Krombacher nachziehen.

Ein Bericht des Focus ließ - fast pünktlich zur Bilanzpressekonferenz am Mittwoch - die Verantwortlichen an der Stauderstraße aufhorchen. Demnach beklagen Lebensmittelkontrolleure Etikettenschwindel bei der Fassbrause. Schließlich handele es sich ja nicht um Brause, sondern um ein alkoholfreies Biermischgetränk. Nach Focus-Angaben drohen mehreren NRW-Brauereien Verfahren wegen Verbrauchertäuschung.

„Eine genaue Definition für Fassbrause gibt es nicht“

Geschäftsführer und Diplom-Brau-Ingenieur Axel Stauder sieht den Bericht recht gelassen. „Wir waren von dem Thema völlig überrascht. Eine genaue Definition für Fassbrause gibt es nicht. Ich schätze, dass es dort eher um eine Deklarationsfrage geht“, sagt Stauder. In dieser Hinsicher müssen sich die Essener wohl kaum Sorgen machen - schließlich ist auf den Flaschenetiketten deutlich zu lesen, welche Inhaltsstoffe den Durst stillen - alkoholfreies Bier und Zitronenlimonade.

Auch bei der Stadt Essen, in deren Zuständigkeit die Lebensmittelkontrolle fällt, ist von dem Vorgang nichts bekannt, sagte ein Sprecher. Axel Stauder vermutet, dass es sich bei der Auseinandersetzung eher um eine Kölner Angelegenheit handelt. „Bei uns hat jedenfalls noch kein Kontrolleur etwas zur Fassbrause angemerkt“, sagt er. Ins Sommergeschäft kann die Brauerei durchaus optimistisch starten. So seien die bisherigen Absatzzahlen der Fassbrause vielversprechend. Genaue Zahlen gibt die Geschäftsführung am Mittwoch bekannt.

 
 

EURE FAVORITEN