Kommt der Busbahnhof überhaupt?

Achim Hodde

Kupferdreh.  „Kupferdreh ist schon eine interessante Baustelle“, meinte Ratsherr und Vorsitzender der CDU Kupferdreh/Byfang, Dirk Kalweit, beim Bürger-Dialog am Dienstagabend. „Wir hatten eigentlich gedacht, dass es nach 16 Jahren Jahren endlich dem Ende zugeht.“ Mit dieser Einschätzung hätten sich die Kupferdreher aber wohl gewaltig geirrt. Es könnte durchaus passieren, dass vor der Fertigstellung der Kulturlandschaft Deilbachtal rund um den S-Bahnhof noch acht bis neun Jahre ins Land gingen. Eine Hiobs-Botschaft, die die Teilnehmer am Bürger-Dialog nur schwer verdauen konnten. Sind sie doch mit der Kampmannbrücke und der Dauerbaustelle auf der Kupferdreher Straße leidgeprüft genug.

Formaljuristisch, so Kalweit auf der Versammlung, fungiere die Bahn als Bauträger. Und die will die weiteren Baumaßnahmen aussetzen. Die Ursache: Die Stützen für die S-Bahn-Trasse mussten wesentlich voluminöser gebaut werden als geplant. Kalweit: „Wir waren ursprünglich von einem mit Klinker verkleideten Aufbau ausgegangen.“ Dies habe sich jedoch aus statischen Gründen nicht realisieren lassen. Somit sei die Bausumme erheblich höher ausgefallen als gedacht.

40 000 Kubikmeter Bodenmüssen ausgehoben werden

Das Geld will die Bahn von der Stadt wiederhaben. Allein, die will’s nicht ‘rausrücken. Und deshalb wurden die Maßnahmen eingestellt. „Wir wissen nicht weiter“, sagt der Kulturbeauftragte der Bezirksvertretung VIII, Wilhelm Kohlmann. Es werde wohl auf einen juristischen Streit hinauslaufen, fürchtet er. Das könne lange dauern.

Nun hoffen die Bezirkspolitiker, dass die Stadt den baulichen Part, auf den sie Einfluss hat, vorzieht - die Offenlegung des Deilbachs. Das brächte jedoch weitere erhebliche Probleme mit sich. 40 000 Kubikmeter Bodenaushub würden bei dieser Maßnahme in etwa anfallen, erklärte Dirk Kalweit. Da tauche dann auch gleich die nächste Frage auf: „Kommt der Busbahnhof überhaupt und wenn ja, wann? Denn zuerst den Busbahnhof zu bauen, um anschließend die riesigen Mengen an Boden darüber zu bewegen, „macht überhaupt keinen Sinn“, so Wilhelm Kohlmann. Offenbar bleibt also erst einmal alles so, wie es ist. „Ein Trauerspiel“, so die Versammelten.

In dem Zusammenhang wurde auch die Dachkonstruktion auf den S-Bahnsteigen moniert. Wenn es regne und nur leicht windig sei, würde jeder Fahrgast nass - egal, wo er gerade stehe. „Ein Unding“, findet auch Dirk Kalweit. Die CDU wolle dafür sorgen, dass im unteren Bereich des S-Bahnhofes Sozialräume eingerichtet würden, in denen sich die Fahrgäste bei schlechtem Wetter aufhalten können. Vielleicht lasse sich dies ja mit einem Bistro und einer Fahrradstation verbinden. Betrachtet man die bisherige Entwicklung des S-Bahnhofs, dürfte dieses Projekt immerhin fraglich sein.