KohleCraftWerk – So schmeckt es in Essens neuem Burgerladen

Julia Witte
Frisch auf Holzkohle gegrillt sind die Burger, die Geschäftsführer Sebastian Sloothaak (32) im
Frisch auf Holzkohle gegrillt sind die Burger, die Geschäftsführer Sebastian Sloothaak (32) im
Burger vom Holzkohlegrille und „handwerkliches, gebrautes Bier“: In Rüttenscheid hat ein neuer, inhabergeführter Burgerladen eröffnet.

Essen. Die Farbe an der Decke ist noch nicht lange trocken, der Betonboden glänzt nagelneu. Viele Gäste sind hier noch nicht drüber gelaufen, das KohleCraftWerk (im ehemaligen Aldegheri) an der Rüttenscheider Straße in Essen hat schließlich erst ein paar Tage geöffnet. Da reiht sich also wieder ein neues Restaurant ein, diesmal aber inhabergeführt. Und dieser Inhaber wollte eine Einrichtung im angesagten Industriestyle. Ja, die Wände müssen so. „Baumängel“ wie unverputzte Wände und freigelegte Backsteinwände wurden nicht dem Zufall überlassen.

Zwischen derben Fabriklampen und kühlen Stahlkonstruktionen nehmen wir Platz an einem Holztischchen mit Lederstühlen und bekommen sofort die Aufmerksamkeit der freundlichen Kellnerin. Beim Blick in die Speisenkarte wird schnell klar, dass sich der Chef des Hauses auch bei der kulinarischen Gestaltung an den aktuellen Trends orientiert hat. Es gibt Salate, Burger, Burger und Burger. Aus frisch gewolftem Hackfleisch versteht sich. Die Bulette im Brötchen ist ja schon längst mehr als ein billiges Teenager-Essen, für das man einst strafende Blicke von Mama bekam, wenn man es im Kettenrestaurant essen wollte.

Burger auf Schieferplatten

Im Kohlecraftwerk würde wohl auch Mama einen Burger bestellen. Der Cheeseburger (9,90 Euro) etwa setzt sich laut Speisenkarte aus einem Rindfleisch aus Maisfütterung zusammen, gepaart mit würzigem Gruyère-Käse, frischem Salat, Röstzwiebeln und Gurkenrelish. Liest sich gut und: schmeckt auch so. Auch an den Süßkartoffelpommes (3,50 Euro) gibt’s nichts zu beanstanden. Meine Begleitung entscheidet sich für die fleischlose Burger-Variante (7,90 Euro) mit Falafelbulette, mediterranem Gemüse und Pesto Rosso und ist ebenfalls zufrieden.

Weil wir ja nun in einem trendigen Laden sind, kommen die Burger natürlich nicht auf gewöhnlichen Porzellantellern, sondern auf Schieferplatten aus der Küche. Das sorgt wegen des Geräuschs mitunter für Gänsehaut beim Benutzen von Messer und Gabel. Nun, aber Streetfood kann zum Glück ja auch ohne Besteck verzehrt werden.

Große Auswahl für Biertrinker

Hackfleisch in ein Brötchen zu bringen, bedarf keiner großen Kochkunst, aber muss auch nicht. Schmeckt ja trotzdem. Die Besonderheit liegt hier in der Zubereitung der Buletten auf einem Holzkohlegrill. Daher steckt auch das Wort „Kohle“ im Namen. „Craft“ hingegen steht für „handwerkliches, gebrautes Bier“, das es im KohleCraftWerk gibt.

Schade, dass wir keine Biertrinker sind; die Auswahl an Drinks aus Hopfen und Malz hätte uns dann vielleicht beeindruckt. Wir hätten uns jedoch eine größere Speisenauswahl gewünscht. So ist es für uns eben einfach ein weiterer (aber guter) Burgerladen in dieser Stadt.

KohleCraftWerk, Rüttenscheider Straße 14, Telefon: 0201/877 775 90.