Zeltdorf am Volkswald - viele Bürger wollen Flüchtlingen helfen

In der Jonakirche fand das erste Helfertreffen für das Flüchtlingsdorf am Volkswald statt.
In der Jonakirche fand das erste Helfertreffen für das Flüchtlingsdorf am Volkswald statt.
Foto: WAZ FotoPool
Am Montag werden die ersten Flüchtlinge ins Zeltdorf am Volkswald in Essen-Heidhausen einziehen. Ein erstes Helfertreffen fand in der Jonakirche statt.

Essen-Heidhausen. Am Montag werden sie ankommen. Mit einem Reisebus. Die ersten der 174 Flüchtlinge, für die das Zeltdorf Am Volkswald für unbestimmte Zeit ein neues Zuhause sein wird. Auf den Empfang bereiten sich derzeit viele ehrenamtliche Helfer vor. Zum ersten Treffen kamen sie am Mittwoch in der Jonakirche zusammen. Eingeladen hatte der Runde Tisch Volkswald - mit Vertretern der Gemeinden vor Ort - Jona und St. Kamillus - sowie von „Werden hilft!“

Eine Menge Fragen hatten die Teilnehmer - besonders an Adam Lisek. Der Vertreter von European Homecare, dem Betreiber des Flüchtlingsdorfes, stellte klar, „dass diese Zeltdörfer nur ein Behelf sind, um Massenobdachlosigkeit zu verhindern“.

Wie viele Menschen am Montag kommen werden, wisse niemand. „Wir werden aber nicht direkt von Beginn an voll belegt sein.“ Und er schilderte den Ablauf: „Wir müssen die Flüchtlinge erst einmal zur Ruhe kommen lassen. Sie erhalten alle sofort ein sogenanntes Hygienepaket, in dem alles enthalten ist, was man zur Körperpflege braucht. Dann gibt es - je nach Tageszeit - Frühstück, Mittag- oder Abendessen.“ Ein immer wieder gehörter Vorwurf sei, dass „gefragt wird, warum die Flüchtlinge Handys hätten“. Und seine klare Antwort würde stets lauten: „Die Menschen kommen nicht aus dem 18. Jahrhundert, sondern aus dem Krieg.“

"Zahl der Spendenangebote ist enorm hoch"

Einen Willkommensgruß von „Werden hilft!“ gab es im Vorfeld bereits am Donnerstag. Bei einer Begehung für Anwohner des Flüchtlingsdorfes wurde ein selbst gestaltetes Begrüßungsplakat aufgehängt.

Viele Infos gaben an diesem Abend auch Vertreter der Werden-hilft-Arbeitsgruppen. Andreas Brinck, Vorsitzender des Vereins: „Die Zahl der Spendenangebote ist in der letzten Zeit enorm hoch. Wir verbringen viel Zeit damit, Anfragen entgegenzunehmen und zu kanalisieren. Wir leiten alles an unsere Arbeitskreise weiter. Sachspenden, so diese dort benötigt werden, gehen an andere Essener Kleidersammlungen.“

Und er bittet um Geduld: „Da wir nun sehr bald eine Lagerfläche in Betrieb nehmen werden, sollten die Spender, wenn möglich, Kleidung noch eine kurze Weile festhalten, bis wir mit unseren gezielten Sammlungen beginnen.“

Auch Geldspenden erhält „Werden hilft!“ Andreas Brinck: „Das Geld können wir für die Startup-Kosten unserer Arbeitskreisprojekte verwenden, insbesondere für die Welcome-Aktionen. Die erste dieser Aktionen findet ab der nächsten Woche am Volkswald statt. Helfer aus dem Kreis ‘Werden hilft!’ und andere Hilfswillige aus der Umgebung des Volkswald werden in einer mit dem Betreiber der Einrichtung abgestimmten Aktion die Flüchtlinge in angemessener Form begrüßen und willkommen heißen.“

 
 

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