Werdens Wartburgsaal

Werden..  Die Folkwang-Universität soll bis Ende November eine neue, riesige Konzerthalle erhalten. Untergebracht wird sie im Obergeschoss des derzeit in Renovierung befindlichen Westflügels, der erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Begleitet wurde die erste Besichtigung der Halle, die angesichts ihres Ausmaßes und ihrer architektonischen Gestaltung an den großen Saal in der Wartburg erinnert, mit einem kleinen Fest für Handwerker und Freunde der Hochschule.

Die Einladung ausgesprochen hatte der Duisburger Architekt Martin Hebgen. „Die Dachkonstruktion ist fertig gestellt, das Wetterschutzdach ist weitgehend entfernt, und ich möchte vor allem den Arbeitskräften vor Ort danken“, beginn Hebgen. „Ich habe den Handwerkern Einiges abverlangt und möchte ihnen mit diesem Fest etwas zurückgeben.“ Dazu warten Getränke und ein Restaurationswagen auf dem Hof, an dem sich die Helfer an Grillhähnchen und Haxen gütlich tun - unmittelbar vor der Fassade des Westflügels.

Dank an Handwerker

Ein offener Baufahrstuhl transportiert Menschen und Material vom Haupteingang entlang der Fassade bis zum Dachstuhl. Vor dem Haupthaus sind Bauzäune und Kisten mit Moselschiefer, der für die altdeutsche Deckung des Dachs bereit steht.

Nur wer die vielen Stufen bis zum Obergeschoss hinaufsteigt, kann den Baufortschritt erkennen. Während Fassade und Hauptportal noch ihrer Sanierung harren – letzteres ist derzeit nur über eine Hilfskonstruktion aus Beton begehbar - , öffnet sich unter der beeindruckenden Holzkonstruktion des Dachs, durch dessen eingelassene Gauben und Rundfenster wie gebündelt Sonnenstrahlen einfallen, ein riesiger rechteckiger Raum. Er soll als Konzertsaal mit Orgel dienen. Im hinteren Teil ragt ein kleines Zwischengeschoss für die Orgelbühne hinein.

„Neben dem Orgelsaal werden außerdem noch neue Probenräume errichtet“, so Martin Hebgen. Der Architekt erklärt, die Dachkonstruktion habe in großen Teilen neu errichtet werden müssen. Als man an die Sanierung ging, wurden große Schäden festgestellt, insbesondere an der Statik des Dachs, das in der Nachkriegszeit wiederaufgebaut worden war.

Auch die Geschossdecken über dem zweiten Obergeschoss seien marode gewesen. Daher brachte man Stahlkonstruktionen ein, die Hebgen auch insofern als „statische Optimierung“ bezeichnet, als sie die teilweise stark verformten Außenwände des Gebäudes entlasten. Nach Fertigstellung des Ostflügels, die erst kürzlich erfolgte, ist ein weiterer Schritt in Richtung Komplettsanierung der ehemaligen Benediktinerabtei getan.

 
 

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