Verkehrskonzept Werden – umstritten wie eh und je

Faktencheck: Befürworter und Gegner des Verkehrskonzepts für den Werdener Ortskern diskutierten am Samstag auf dem Rathausplatz kontrovers
Faktencheck: Befürworter und Gegner des Verkehrskonzepts für den Werdener Ortskern diskutierten am Samstag auf dem Rathausplatz kontrovers
Foto: Funke Foto Services
Die Bezirksvertretung lud zum Faktencheck. Die Gegner des Verkehrskonzepts für Werden nahmen die Gelegenheit zur kontroversen Diskussion wahr.

Essen-Werden..  Im Herbst kommenden Jahren sollen die Bagger anrollen und der Ortskern von Werden könnte für gut 18 bis 20 Monate zu einer Großbaustelle werden. Umgesetzt werden soll dann das vom Bauausschuss im Januar beschlossene Verkehrskonzept, zu dem der Rat im Februar 2017 noch sein Einverständnis geben muss.

Dieses Konzept halten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Fließend Werden“ wie berichtet in weiten Teilen für nicht durchführbar und für einen Fehler, weil es Lärm und Abgase in den Innenstadtkern bringe, anstatt ihn zu vermeiden. Entsprechend lebhaft waren am vergangenen Samstagmittag die Diskussionen am Stand der Bezirksvertretung vor dem Werdener Rathaus. Die BV, SPD- und CDU-Ortsverbände, die Bürgerinitiative Werden-Heidhausen sowie der Werbering hatten die Bürgerschaft nämlich zum „Faktencheck“ in Sachen Verkehrskonzept eingeladen.

„Fernab von träumerischen Ansätzen“ brauche es handfeste und umsetzbare Lösungen für den Werdener Ortskern, erklären die Befürworter des Verkehrskonzeptes. „Der Werdener Markt wird zum Beispiel deutlich an Fläche und damit Aufenthaltsqualität gewinnen“, erläutert Ludger Hicking-Göbels, Sprecher der Bürgerinitiative Werden-Heidhausen. Und es sei durchaus nicht so, dass die Brückstraße nach dem neuen Konzept abgeschnitten und der Ortskern zweigeteilt sei. Verkehrsteilnehmer sollen hier (markiert durch eine Pflasterung am Werdener Markt) nur in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sein. Auch die Durchlässigkeit zur Abteistraße sei weiterhin gegeben. Sicher werde es Verlagerungen der Verkehre geben, die Bungertstraße in der Fahrtrichtung gar komplett umgedreht. „Das Emissionsgutachten hat aber weiterhin Bestand und es wurde auch kein weiteres vom Landesumweltamt gefordert. Dass hier mit falschen Werten gearbeitet werde, ist einfach eine Behauptung der Gegner. Das Land kann nicht in die Planungshoheit der Stadt eingreifen“, fährt Hicking-Göbels fort.

Tunnel oder Brücke

Den Befürchtungen der BI „Fließend Werden“ hinsichtlich der Belastung der Nebenstraßen hält er entgegen, dass diese oft von Anwohnern stammen, „die natürlich eine langfristige Baustelle scheuen und dann lieber gar nichts tun wollen. Aber getan werden muss irgendetwas. Seit Jahren reden wir darüber.“

Seit Jahren gibt es zahlreiche Vorschläge. Für Ute Rieper, in Heidhausen beheimatet, gibt es da nur eines: Tunnel oder Brücke. „Das erwartete Verkehrsaufkommen Grüne Harfe wird durch das neue Verkehrskonzept in keiner Weise berücksichtigt“, schreibt sie den Befürwortern auf das Flipchart. Martin Kleimaier hat seinen Vorschlag gleich mitgebracht: einen Kreisverkehr vor dem S-Bahnhof. „Der lässt den Verkehr fließen und funktioniert in anderen Städten bestens. Warum nicht auch in Werden?“, fragt sich der aus Schwäbisch Gmünd stammende Ingenieur, der im übrigen die Ursache vielen Unmuts in der Bequemlichkeit begründet sieht. „Man muss für die Sonntagsbrötchen nicht zum Bäcker fahren. Ein paar Schritte zu laufen, tut gut.“ Bezirksbürgermeister Michael Bonmann nimmt die Zeichnung mit, während am Stand kontrovers diskutiert wird. „Das wird nicht das letzte Mal sein“, weiß er. Am 30. November gibt’s noch eine Infoveranstaltung der Stadt, um 19 Uhr im Gymnasium Werden.

 
 

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