Steuerzahlerbund kritisiert Verkehrskonzept für Werden

Die Belastung der Abteistraße in Werden würde nach Umsetzung des Verkehrskonzepts weiter steigen.
Die Belastung der Abteistraße in Werden würde nach Umsetzung des Verkehrskonzepts weiter steigen.
Foto: WAZ
Der kritisiert die Stadt, dass sie einem „halbgaren Projekt“ rund sechs Millionen Euro an Steuergeldern hinterher werfe.

Essen-Werden. Das Problem ist schon fast historisch. Der Ortskern Werdens leidet massiv unter dem Autoverkehr. Lösungsansätze gab es in den vergangenen Jahrzehnten viele – von der Untertunnelung bis zur Umgehungsstraße. Umgesetzt wurde keines der Vorhaben.

Seit 2012 liegt ein Konzept auf dem Tisch, das den Durchfluss in der Abteistraße, die den Verkehr in Richtung Velbert leitet, und der Brückstraße, die in Richtung Innenstadt führt, verbessern soll. Doch noch bevor die politischen Gremien die überarbeitete Verwaltungsvorlage, die auch die Bürgeranregungen enthalten wird, auf dem Tisch haben, bekommt der Kreis der Kritiker vor Ort prominenten Zuwachs.

In der aktuellen Oktoberausgabe der Mitgliederzeitschrift „Die NRW-Nachrichten“ hat sich der Bund der Steuerzahler des Themas angenommen. Und kommt zu dem Ergebnis, „dass es sich die Stadt Essen nicht leisten kann, einem solchen halbgaren Konzept so viel Steuergeld hinterherzuwerfen“. Und zu einer Reduzierung des Verkehrs käme es letztendlich nicht.

CDU warnt vor „Zweiklassengesellschaft“

Zum jetzigen Planungszeitpunkt würde die Umsetzung die Stadt Essen mehr als sechs Millionen Euro kosten und lediglich zu einer Verkehrsverlagerung führen und Werden noch weiter zerteilen. Geplant ist, den Durchgangsverkehr über die Abteistraße zu führen, die dann keine Einbahnstraße mehr sein würde, sondern eine zusätzliche Spur in Gegenrichtung erhielte. Die Einbahnregelung in der dann zur Geschäftsstraße rückgebauten Brückstraße würde umgekehrt – dort führe nur noch durch, wer direkt in die Werdener Altstadt will. Dringend notwendig, denn seit langem übersteigen dort die gemessenen Feinstäube die zulässigen Grenzwerte. Außerdem würde die Umsetzung des Konzeptes das Herz des Stadtteils, den Werdener Markt, entlasten, weil die kreuzenden Verkehre auf die Gustav-Heinemann-Brücke verlagert würden.

Vor einer „Zweiklassengesellschaft“ warnt CDU-Bezirksvertreter Hanslothar Kranz immer wieder: „Für die Einzelhändler an der Abteistraße wäre die Umsetzung existenzbedrohend. Doch egal, ob man Gegner oder Befürworter ist – Politik muss alle mitnehmen“.

Keine leichte Aufgabe, denn um konstruktive Kritik bitten die Kommunalpolitiker schon seit geraumer Zeit. Erst im August appellierte Bezirksbürgermeister Michael Bonmann an die Werdener: „Es wäre schön, wenn für den Feinschliff noch mehr Ideen aus dem Stadtteil kämen.“

Die aktuelle Veröffentlichung des Bundes der Steuerzahler werden die Kritiker vor Ort mit Freude vernehmen. Seit 2010 engagieren sie sich in der Initiative B224 Werden. Und auch in den sozialen Netzwerken sind Gegner des Verkehrskonzepts Werden aktiv. Neben der Facebook-Gruppe „Gegen das Verkehrskonzept Werden“ gibt es seit kurzem auch einen eigenen Web-Auftritt.

 
 

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