Sommerliches Fest zum Start in ein friedliches Leben

Sommerfest der Initiative „Werden hilft“ im Zeltdorf Am Volkswald: Zahlreiche Besucher feierten mit den Flüchtlingen.
Sommerfest der Initiative „Werden hilft“ im Zeltdorf Am Volkswald: Zahlreiche Besucher feierten mit den Flüchtlingen.
Foto: FUNKE Foto Services
European Homecare und „Werden hilft“ feierten gemeinsam mit den Flüchtlingen im Zeltdorf Am Volkswald.

Essen-Heidhausen.  Die Bewohner laufen aufgeregt umher, legen letzte Hand an: Hier werden schnell noch Servietten auf dem Tisch drapiert, da die Melonen klein geschnitten, dort der perfekte Sitz der Kleidung kontrolliert. Dem Anlass entsprechend haben sich die Flüchtlinge „aufgebrezelt“. Im Zeltdorf Am Volkswald soll das Sommerfest steigen, alles steht bereit, doch irgendwie trudeln die Besucher eher spärlich ein. Kommt etwa keiner?

Nein, beruhigt der Experte, „die kommen immer ein wenig später.“ Die doch sonst eher den „Südländern“ zugeschriebene Untugend des Zuspätkommens steckt auch den Deutschen in den Knochen? Stimmt, niemand legt hier Wert auf spießige Korrektheit. Nicht das letzte Vorurteil, das sich an diesem Abend in Luft auflöst…

Fröhlich schlendern die Menschen den Berg hinunter und sind nun mittendrin im Geschehen. Nach und nach füllt sich das Gelände, eine halbe Stunde vergeht, dann ist die Bude gerappelt voll. Erwartungsfrohes Stimmengewirr, man kennt sich, herzliche Begrüßungen, Umarmungen. Intensive Gespräche, die die tiefgehenden Bindungen der Ehrenamtlichen mit ihren Schützlingen demonstrieren.

Zarte Flötenklänge locken zur Bühne, dort stehen Ulla Lötzer und Mohamed Fakraoui, strahlen um die Wette. Die engagierte Vorsitzende von „Werden hilft“ und der Einrichtungsleiter von European Homecare (EHC), gebürtiger Tunesier, freuen sich über so viele Gäste: „Wir haben heute viel vorbereitet und werden bestimmt viel Spaß an dem Fest haben.“

Dann übernehmen die Musiker das Mikrophon, heizen mit jazzigen Klängen ein. Die bekannten Weltenbummler von „The Positive Creative World Ensemble“ geben unter dem Motto „World Fusion Ruhr“ ein Konzert. Unter Leitung des Bandleaders Rechungpa erklingt Weltmusik. Besonderen Applaus erhalten Teufelstrompeter Jim Galakti und Ustad Hanif Khan aus dem indischen Rajastan, der energievoll auf den Tablas wirbelt.

Olympischer Dreikampf

Dem einstündigen, umjubelten Konzert folgt ein Auftritt von EHC-Clown Nici, der mit Kapriolen, verblüffenden Zaubertricks und waghalsiger Akrobatik begeistert. Alfred Höltgen und Uli Tonder laden zum „olympischen“ Dreikampf, der Basketballkorb ist umlagert, während ein Slalom bewältigt werden muss und an der Torwand Zielgenauigkeit gefragt ist. Begleitet werden die sportlichen Aktivitäten vom Mazedonier Dame, der mit seiner Gitarre am „Dorfeingang“ sitzt und bekannte Hits interpretiert. Zu essen und zu trinken gibt es reichlich, hinterher darf noch getanzt werden.

Das letzte Wort hat Ulla Lötzer: „Es war ein sehr schönes Fest. Danke nochmal an Mohamed und seine Mitarbeiter, Danke an die, die alles mit vorbereitet haben. Den Flüchtlingen wünsche ich, dass sie in Deutschland einen erfolgreichen Start in ein friedliches Leben schaffen.“

 
 

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