„Seeblick“ soll abgerissen werden

Das Restaurant Seeblick war eines der beliebtesten Ausflugziele in Kettwig.
Das Restaurant Seeblick war eines der beliebtesten Ausflugziele in Kettwig.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig. „Aus dem Restaurant und von den Hecken umsäumten Terrassen genießen Sie eine herrliche Aussicht auf das Ruhrtal und den Kettwiger See“ - so steht es noch immer auf der Internetseite des „Seeblick“.

Die Seite gibt es noch, das Restaurant auf der Rötsch - direkt neben der Fachklinik - ist seit Monaten geschlossen. Und wenn es nach den Plänen der neuen Grundstückseigentümer geht, soll das Gebäude abgerissen werden.

Diese Pläne wurden der Bezirksvertretung in der gestrigen Sitzung präsentiert. Elf Wohneinheiten sollen in einem kantigen Mehrfamilienhaus Platz finden - CDU-Ratsherr Hanslothar Kranz brachte seine Kritik plakativ auf den Punkt: „Das ist eine der schönsten Gastronomien mit einer der schönsten Aussichten im Ruhrgebiet. Das hätte eine ansprechendere Architektur verdient. Einen Preis verdient sich damit keiner. Von der Rückseite sieht das Gebäude aus wie ein Gefängnis...“

Verhindern könne man diese Bebauung nicht, da Paragraph 34 des Baugesetzbuches gelte. Evelyn Meyer vom Amt Stadtplanung und Bauordnung: „Das geplante Gebäude fügt sich in die vorhandene Bebauung ein - und da ist vor allem die Fachklinik maßgebend.“

Vom Einfügen in die vorhandene Bebauung könne bei diesem „Wohnbunker“ wohl keine Rede sein. Dr. Frank Roeser: „Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es keine Mehrfamilienhäuser. Das passt alles nicht zusammen. Überall auf Essener Stadtgebiet verschwinden diese besonderen Stellen, diese Highlights. Sie werden einfach verschandelt.“

Silvesterfeuerwerk auf der Rötsch, mit einem herrlichen freien Blick auf den Stausee und die Altstadtkulisse - all das würde dann der Vergangenheit angehören. Daniel Behmenburg (SPD): „Es gibt direkt neben dem Grundstück einen zugewachsenen Aussichtpunkt. Vielleicht könnte man den im Zuge der Bauarbeiten freischneiden?“

Und auch Heidi Szech (CDU) liegt das Thema „Aussichtsplattform“ am Herzen. Doch Evelyn Meyer konnte den Kommunalpolitikern da nur wenig Hoffnung machen: „Wir können da gar nichts machen. Das ist ein Privatgrundstück.“

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