Schloss Hugenpoet will wieder nach den Sternen greifen

Hat stürmische Zeiten hinter sich: Auf dem Schloss Hugenpoet blicken Mitarbeiter und der Schlossherr nun in die Zukunft.
Hat stürmische Zeiten hinter sich: Auf dem Schloss Hugenpoet blicken Mitarbeiter und der Schlossherr nun in die Zukunft.
Foto: Hans Blossey
Nachdem das Wasserschloss Hugenpoet in Essen im vergangenen Jahr knapp seine Insolvenz abwandte, schaut der Schlossherr Maximilian Freiherr von Fürstenberg nun nach vorn: Unter anderem ist wieder ein neues Restaurant in Planung, das sich dem „Fine Dining“ verschreiben will.

Essen-Kettwig. Gräften – das ist die westfälische Bezeichnung für Wassergräben, die früher einen Adelssitz zu Verteidigungszwecken umgaben. Rund um Schloss Hugenpoet werden derzeit die Gräften ausgehoben. Der Eigentümer des Schlosses, Baron Maximilian Freiherr von Fürstenberg, geht einen Schritt zurück in die Vergangenheit. Und will dennoch mit einem neuen Konzept die Zukunft des renommierten Hotel-Restaurants sichern.

Unruhige Wochen liegen hinter ihm. Anfang Dezember hatte der damalige Geschäftsführer Michael Lübbert ein so genanntes Schutzschirmverfahren beantragt, um eine Insolvenz abzuwenden. Der Antrag wurde zurückgezogen, Lübbert schied aus.

Und Maximilian Freiherr von Fürstenberg ist seit dem 1. Januar nicht nur nach wie vor Schlossherr, sondern nun auch Hotelier. Dabei kann er sich auf ein eingespieltes Team verlassen. Gesa Brennecken arbeitete von 2007 bis 2013 als Assistentin Michael Lübberts und war auch fürs Marketing zuständig. Seit August 2013 ist sie stellvertretende Direktorin und nun die Chefin im Ring. „Bis wir einen neuen Direktor gefunden haben – aber wir suchen ohne Druck“, sagt sie.

Ein neues Konzept für Schloss Hugenpoet soll her

In enger Zusammenarbeit mit dem Schlossherrn wird sie ein neues Konzept entwickeln – und sie kann sich dabei auf viel Kompetenz stützen. Küchenchefin Erika Bergheim und alle Abteilungsleiter haben die stürmischen Zeiten entspannt überstanden, sind Hugenpoet treu geblieben.

Und auch viele Stammgäste wissen das Hotel-Restaurant als Institution zu schätzen. Gesa Brennecken: „Das Haus liegt vielen Menschen am Herzen – und den Mitarbeitern besonders.“ Sie blickt optimistisch in die Zukunft. „Alle Pläne werden umgesetzt. Im Mai wird der Tagungsraum fertig sein und im Herbst die fünf neuen Hotelzimmer.“ Und dann hat sie noch eine Neuigkeit aller erster Güte: „Wir werden wieder ein zweites Restaurant eröffnen. Fine Dining wird bei uns wieder ein Thema sein.“

Nach der Schließung des Sterne-Restaurants Nero und der Verlegung des „Hugenpöttchens“ ins Schloss will man künftig wieder zweigleisig fahren. „Wo genau der Standort sein wird, können wir jetzt noch nicht verraten“, sagt Gesa Brennecken.

Und diese Idee ist nur eine von vielen. Gerade für Maximilian Freiherr von Fürstenberg ist das Wasserschloss deutlich mehr als nur eine Immobilie. 200 Jahre Familiengeschichte verbinden sich mit dem Haus. Und wenn der 41-Jährige erzählt, möchte man ihm stundenlang zuhören. Vor einem der großen Kamine sitzen, ein Glas Rotwein in der Hand – und an seinem enormem Wissen um die Vergangenheit teilhaben. „Hugenpoet ist meine Identifikation“, sagt er. „Wenn ich durch den roten Salon gehe, schauen mich meine Ahnen von den Bildern an der Wand an.“

"Das schönste Stück Ruhrgebiet" - Schlosscharakter soll erhalten bleiben

Den Schlosscharakter will Maximilian Freiherr von Fürstenberg erhalten, mit der Historie spielen, den Gästen „den Aufenthalt so schön wie möglich gestalten“. In der Einmaligkeit des Gebäudes und der Parkanlagen sieht er die große Chance. „Wir haben hier das schönste Stück Ruhrgebiet – und wir werden unsere Stärken stärken.“ Und nicht unbedingt alles erneuern, denn das sei nicht der richtige Weg. „Wir müssen einfach schauen, was leistbar und machbar ist“, sagt er. Und vieles wird bleiben, wie es Michael Lübbert auf den Weg gebracht hat.

So laufen bereits die Planungen für den Nikolausmarkt 2014. Und Gesa Brennecken freut sich schon auf die Zeit, „wenn wir den Schlosspark nutzen können.“ Bei Bestem aus der Patisserie und einer Tasse Kaffee könne man von der Terrasse einen herrlichen Blick genießen. „Und wir schauen jetzt, wie wir uns auch wetterfest aufstellen können“, sagt die Interims-Direktorin. Sorgen um das Schloss müsse sich keiner mehr machen.

 
 

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