Sanierung des Rathausturms in Kettwig im Frühjahr 2017

Das Gerüst wird aufgestockt, damit der Haubennachbau aufgesetzt werden kann. Aber die Fassadenrenovierung erfolgt erst im Frühjahr 2017.
Das Gerüst wird aufgestockt, damit der Haubennachbau aufgesetzt werden kann. Aber die Fassadenrenovierung erfolgt erst im Frühjahr 2017.
Foto: Thomas Gödde
Was die falschen Dübel bei den Tuffsteinen am Rathausturm bewirken können und wie es um die Pläne für eine Gastronomie steht.

Essen-Kettwig..  Es tut sich was am Turm des Rathausaltbaus. In diesen Tagen wird das Gerüst um einige Meter aufgestockt – Vorbereitung für die anstehenden Arbeiten.

Die Haube des historischen Turmes, die bekanntlich im Mai 2015 wegen Baufälligkeit abmontiert wurde, sollte nach Angaben der Stadt ja auf jeden Fall in diesem Jahr wieder aufgesetzt werden. Nicht im Original, denn das war wie berichtet nicht mehr zu retten. Aber eine Rekonstruktion soll es in Abstimmung mit dem Denkmalamt geben – mehr als 230 000 Euro stehen nach Angaben der Stadtverwaltung dafür zur Verfügung.

Fertigstellung des Nachbaus wohl im Dezember

Über den aktuellen Sachstand wird ein Verwaltungsvertreter in der am Dienstag stattfindenden Sitzung der Bezirksvertretung berichten. Die Stadt rechnet mit einer Fertigstellung des Nachbaus jedenfalls im Dezember.

Probleme sieht die Immobilienwirtschaft aber bei der Sanierung der Fassade. Diese besteht aus Ziegelmauerwerk mit davorgesetzten großformatigen Tuffsteinen. Rostige Stahlverankerungen und ausgewaschene Fugen haben dazu geführt, dass sich Platten gelockert haben und drohen herauszufallen – weshalb der Turm seit Monaten komplett eingerüstet ist.

Gastronomiebetrieb weiter fraglich

Die Krux liege nun laut Verwaltung im Detail: „Aktuell wurde festgestellt, dass es für eine nachträgliche Verankerung der Fassade keine zulassungskonformen Dübel gibt. Das liegt zum einem an dem Naturbaustoff Tuffstein, der mit seinen, je nach Steinbruch, unterschiedlichen Eigenschaften keiner Norm unterworfen werden kann, zum anderen an dem Mörtel der verwendet werden muss, um eine denkmalgerechte Ausführung zu gewährleisten.“ Die Verwendung anderer Bindemittel sei nicht anzuraten, da sie „ausbluten“ und den Stein verfärben könnten.

Welche Dübel die bauausführende Firma verwendet – das muss also erst die Bauaufsicht genau prüfen. Und das kann mehrere Monate dauern. Mit der öffentlichen Ausschreibung für die Arbeiten an der Fassade könne daher vermutlich erst im Dezember begonnen werden, heißt es aus der Verwaltung. Sie schätzt den Baubeginn zur Nachverankerung der Fassade auf April 2017.

Nur ein wenig besser voran geht der Umzug der Bezirksverwaltungsstelle. Sie soll künftig in der ersten Etage ansässig sein und die bisherigen Räume im Erdgeschoss werden freigezogen. Dort könnte ein Gastronom einziehen – einen Interessenten gibt es schon. Doch der muss wohl Geduld mitbringen.

Es gibt Feuchtigkeitsprobleme im Erdgeschoss

Denn einen schnellen Umzug sieht die Verwaltung nicht – und aufgrund der erforderlichen Sanierung des Turms und der Fassade steht der Außenbereich für die kommenden Monate auch gar nicht für eine Außengastronomie zur Verfügung. „Der Umfang eines Umbaus kann erst nach dem Umzug der Dienststelle festgestellt werden“, heißt es. Und weiter: „Es gibt Feuchtigkeitsprobleme, die Grundleitungen sind gegebenenfalls zu sanieren. Es ist daher aktuell keine Aussage darüber möglich, ob und wann eine Gastronomie im Rathaus Kettwig entstehen kann.“

 
 

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