Nachbarn protestieren gegen Bebauung der Fischlaker Mark

Harald Gedenk
Die Fischlaker Mark zwischen Zimmermannstraße und Viehauser Berg steht auf der Vorschlagsliste der Essener Stadtverwaltung. Gegen die Bebauung sprechen sich Anwohner aus.
Die Fischlaker Mark zwischen Zimmermannstraße und Viehauser Berg steht auf der Vorschlagsliste der Essener Stadtverwaltung. Gegen die Bebauung sprechen sich Anwohner aus.
Foto: Heinz-Werner Rieck
Über 80 Unterschriften haben Anwohner von Zimmermann- und Bernhardstraße gesammelt - sie sprechen sich u.a. gegen eine Bebauung der Fischlaker Mark aus.

Essen-Fischlaken.  „Bezirksbürgermeister Michael Bonmann hat OB Kufen zu einer öffentlichen Bürgerdiskussion nach Werden eingeladen. Der exakte Termin im Januar und der Ort werden noch bekannt gegeben“ - diese Neuigkeit kann Peter Volkmer seinen Mitstreitern von der Nachbarschaftsgemeinschaft Bernhardstraße/Zimmermannstraße berichten.

Über 80 Unterschriften hat die Initiative mittlerweile gesammelt und sich damit gegen eine Bebauung des Landschaftsschutzgebietes Fischlaker Mark ausgesprochen.

Peter Volkmer versteht die Welt nicht mehr: „Was bislang galt, soll aufgehoben werden? Wir versündigen uns an unseren Nachkommen“ resümiert er. Und sieht den „dörflichen Charakter“ von Fischlaken „verloren gehen“. Aber auch die Flora und Fauna leide, sagt Annette Sutmann: „Ein Feld grenzt an unseren Garten - auf dem sieht man Rehe, Füchse, Fledermäuse und Vögel - das alles würde wegfallen.“

Peter Patig und Claus Jung können sich nicht des Eindrucks erwehren, „dass sich die Stadt über die Flüchtlingshilfe eine Hintertür öffnen will und das Bauland, auf dem die Unterkünfte nur auf Jahre befristet stehen, später zu erheblichen Gewinnen an betuchte Privateigentümer verkaufen möchte.“

„Wenn einmal eine Fläche bebaut ist, dann kann sie anschließend auch nicht mehr für den Ackerbau verwendet werden“, sagt Regina Jung. Und Peter Volkmer, der frühere Leiter des Grünflächenamtes verspricht: „Wenn es soweit kommen sollte, werden wir alle Register ziehen, eine Bürgerinitiative gründen und ein Bürgerbegehren initiieren.“

„Der gemeinsame Antrag der vier mit der Mehrheit ausgestatteten Ratsfraktionen lag in der Sitzung vom 16. Dezember den Politikern vor, aber wir konnten ihn vorher nicht einsehen - auch nicht sehr demokratisch“, kritisiert Claus Jung.

In dieser Sitzung wurde ein Prüfungsverfahren aller Landschaftsschutzflächen in Essen auf Bebauungsmöglichkeit beschlossen, dessen Ergebnis im Januar veröffentlicht werden soll.

In einem Schreiben an OB Kufen mit Kopie an die Fraktionen, angehängt die Unterschriftenliste, weist die Nachbarschaftsgemeinschaft darauf hin: „Wir verkennen nicht die Notwendigkeit, ja die Verpflichtung, die Flüchtlinge angemessen unterzubringen. (….) Vor der Inanspruchnahme von Freiraum muss immer erst geprüft werden, ob freie Kapazitäten im versiegelten Raum, also Industriebrachen, leer stehende Häuser und Baulücken für eine Unterbringung von Flüchtlingen aktiviert werden können.“