Mehr Licht für junge Bäume

Das Team von Grün und Gruga ist derzeit in den Wäldchen im Teelbruch im Einsatz.
Das Team von Grün und Gruga ist derzeit in den Wäldchen im Teelbruch im Einsatz.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig. Wenn Bäume gefällt werden, reagieren die Bürger meist mit Unverständnis. Das bekommen Forstwirt Jan Kluwe und seine Kollegen meist postwendend zu spüren. Derzeit ist das Team von Grün und Gruga längs der Straße Am Stadtbad im Einsatz. Immer wieder müssen sie diskutieren, immer wieder erklären.

Arbeiten dauern voraussichtlich noch bis Mitte Februar

Bis Mitte Februar werden in den kleinen Wäldchen links und rechts der Stichstraße rund 250 Festmeter Holz gefällt. Dabei geht es in erster Linie darum, so genannte Verdränger zu entfernen. Jan Kluwe erklärt: „Es geht um große Bäume, die den kleinen Bäumen die Chance nehmen, sich zu entwickeln - das sind eigentlich reine Pflegearbeiten.“ Da der Mensch mit Aufpflanzungen schon zu sehr eingegriffen habe, könne die Natur das nicht mehr selbst regeln. Diese Arbeiten dienten eigentlich dem Umweltschutz - aber dazu müssten die Bürger auch einfach mal zuhören und nicht sofort schimpfen, wenn die Forstwirte die Kettensäge ansetzen.

Die etwas unwirtliche Jahreszeit sei bewusst gewählt - „obwohl das bei dem Wetter natürlich alles andere als einfach ist. Die Vögel haben alles geregelt, was für die Arterhaltung nötig ist - wir zerstören keine aktiven Nester und gefährden auch keine Jungvögel“, sagt Jan Kluwe.

Aufklärung sei beim Thema Baumfällung besonders wichtig. Ein Grün-und-Gruga-Mitarbeiter, der seit 40 Jahren seinen Job macht, sagt: „Man muss uns einfach die Chance geben, der Natur in unserem Sinne zu helfen. Wir sind keine Zerstörer - ganz im Gegenteil.“

Gearbeitet wird derzeit in dem kleinen Waldstück zwischen der Straße Hafkesdell am Schwimmbad und der Stichstraße Am Stadtbad. Die Wasserversorgung dieses Geländes erfolgt über den Bachlauf, der vom Springerteich parallel zum Georg-Schriever-Weg bis zum Hafkesdell führt und ab dort unterirdisch weiterläuft bis zu Kleingartenanlage am Brederbach.

Noch weiter in Richtung Teelbruch wird sich das Team vorarbeiten. Mit einem großen Transparent weisen sie daraufhin, dass derzeit Fällung im Gange sind. Jan Kluwe: „Wir fällen meist nur kaputtes Holz. Uns geht es um Nachhaltigkeit. Wir wollen einfach, dass hier auch noch in 30 Jahren Bäume stehen.“
Doch es wird nicht nur gefällt, sondern auch gepflegt. Besonders wichtig sei dabei der Beschnitt der Kopfweiden. Diese Bäume seien extrem wichtig für Tiere aller Art.

 
 

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