Kleines, feines Werdener Nachtleben

In der Pino-Thek von Pino Mammone ist montags immer Live-Musik.
In der Pino-Thek von Pino Mammone ist montags immer Live-Musik.
Foto: WAZ

Essen-Werden..  Ja, das gibt es tatsächlich: ein Nachtleben in Werden - klein, aber fein. Natürlich ist das nächtliche Werdener Treiben nicht mit dem in Rüttenscheid zu vergleichen, hat aber seinen eigenen Charme und entwickelt bisweilen eine besondere Dynamik. Die Bürgersteige werden schon länger nicht mehr ab 22 Uhr hochgeklappt.

Nachdem das Löwntal im Moment wieder geschlossen hat, und damit auch die einst äußerst beliebten freitäglichen Disco-Nächte der Vergangenheit angehören, hat sich das Party-Geschehen ins Zentrum verlagert. Im langen Schatten der Basilika geht’s am späteren Abend teilweise recht bunt zu. Dabei locken die Besucher nicht coole Clubs oder stylishe Bars an, sondern fast ausschließlich alteingesessene Kneipen mit neuen Ideen und frischem Schwung.

Wie das Alt Werden in der Heckstraße, hinter dessen Tresen Heinz „Pizzi“ Frerix eine gefühlte Ewigkeit stand. Seit Kristian von der Stein die Regie Anfang 2012 übernommen hat, ist das Lokal mehr als ein nur ein Geheimtipp für ausgelassene Feierei bis in die Nacht.

Abseits erfrischender Spontaneität werden organisierte Events angeboten, besonders jetzt an den tollen Tagen häufen sich die Partys. Ansonsten geht’s auch bei Live-Musik und an den Champions League-Abenden hoch her, die Sky-Spiele werden hier live gezeigt.

Nur ein paar Gehminuten vom Alt Werden entfernt mischt die Arche Noah am Klemensborn im Nachtleben mit, so wie es die Kult-Location schon seit über 40 Jahren macht. Studenten der benachbarten Folkwang-Uni kehren hier seit eh und je gerne ein, auch ältere Semester zählen zu den Stammgästen. Schon immer wurde die Arche Noah als Künstlerkneipe bezeichnet, was sicherlich nicht nur ob der typischen Klientel zutrifft. Live-Musik ist hier ebenfalls eine gute alte Sitte, und den hungrigen Gast lässt die Küche auch um kurz vor Mitternacht nicht im Stich.

Überhaupt: Selbst unter der Woche ist um Mitternacht noch lange nicht Schluss. So sieht’s auch um die Ecke aus, denn ebenfalls im Klemensborn ist der Shooting-Star des Werdener Nightlife zu finden, die Pino-Thek. Früher war hier über Jahrzehnte eine typische Eckkneipe beheimatet, bevor die Location mehrere Jahre leer stand. Im Dezember 2013 eröffneten

Küche bis nachts um 1 Uhr

Giuseppe Mammone, den alle nur Pino nennen, und sein Partner, Küchenchef Gianni Iobbi, die Pino-Thek, die aus dem Stand zu einem kleinen Publikums-Magneten wurde. „Wir haben wirklich großes Glück gehabt“, sagt Pino Mammone, „dass unsere Mischung aus Abendrestaurant und Bar so schnell angenommen wurde.“ Vielleicht liegt’s unter anderem an einem Alleinstellungsmerkmal weit und breit: Bis 1 Uhr in der Nacht gibt’s warme Küche.

Das Angebot wird in erster Linie von Folkwang-Studenten rege genutzt. Italienische Küche, aber auch Hamburger und Schnitzel werden hier noch zu später Stunde serviert. Und vor 2 Uhr wird auch wochentags nicht zur letzten Runde geläutet. Zudem strahlen die urige Aufmachung mit hunderten, holzgerahmten Schwarz-Weiß-Fotos von berühmten Filmstars sowie andere verspielte Accessoires wohlige Behaglichkeit aus.

Montags ist in der Pino-Thek immer Jazz-Session von 19 bis 23 Uhr angesagt. An diesem für viele Gastronomen „toten Tag“ ist es dort stets rappelvoll, und der Mix aus mitreißender, handgemachter Musik, babylonischem Sprachengewirr der Folkwang-Studenten aus aller Herren Länder und „alten Werdenern“ zaubert eine außergewöhnliche wie anziehende Atmosphäre. Ärger mit den Nachbarn, kennt Mammone nicht. Kein Wunder: „Wir haben die Wohnungen über der Pino-Thek gleich selbst bezogen“, lächelt Pino.

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