Kinder der Gemeinde St. Markus spenden

Kommunionkinder der Gemeinde St. Markus aus Essen-Bredeney brachten Geldspenden und Spielzeug in die Flüchtlingsunterkunft im Löwental in Essen-Werden.
Kommunionkinder der Gemeinde St. Markus aus Essen-Bredeney brachten Geldspenden und Spielzeug in die Flüchtlingsunterkunft im Löwental in Essen-Werden.
Foto: FUNKE Foto Services

Essen-Werden..  Die ersten Kartons stehen schon auf dem Rasen vor dem Flüchtlingsheim im Löwental. Vorsichtig gehen einige Kinder zu den Kisten: Fußbälle, Spielzeugautos, Puppen finden sie darin. Leonardo ist auch dabei. Er geht in Essen zur Grundschule, kommt aus Serbien, lebt nun aber seit zwei Jahren in Deutschland und spricht fließend Deutsch. Sofort hat er sich einen der Fußbälle geschnappt und trippelt damit nun auf dem Weg vor dem Flüchtlingsheim herum.

„Hier spenden Kinder für Kinder“, erklärt Dr. Björn Enno Hermans glücklich und zeigt dabei auf ein paar Kinder, die um die Kartons herum stehen. Hermans ist Caritasdirektor in Essen und war am Donnerstag zu Gast im Werdener Flüchtlingsheim Löwental.

Denn dort hatten die Bewohner Besuch: Die Kommunionkinder der Gemeinde St. Markus aus Bredeney überreichten den Flüchtlingen insgesamt 800 Euro und mehrere Kartons mit Spielsachen und Kleidung. Zuvor hatten sie selber eine Spendenaktion gestartet: Mit dem Verkauf von Kaffee und Kuchen vor der Markuskirche in Bredeney kam so schließlich diese Summe zusammen.

Erste Pläne hat Dr. Hermans auch bereits, wie das Geld genutzt werden kann. Farben für Kunstprojekte, Sportgeräte oder andere Gegenstände für die Freizeitgestaltung könnten sie so kaufen: „Wir haben im Moment auch vor, integrative Projekte zu machen, das heißt, deutsche Kinder und Kinder aus dem Flüchtlingsheim sollen sich so besser kennen lernen“, erklärt der Caritasdirektor. „Aufgrund der großen Flüchtlings-Dramatik haben wir uns ganz bewusst für das Flüchtlingsheim hier entschieden“, begründet Dr. Jutta Ophoff die Entscheidung der Gemeinde, den Flüchtlingen das Geld zu spenden. Ophoff ist im Gemeinderat St. Markus und war ebenfalls bei der Übergabe der Spenden anwesend.

Seit einigen Jahren schon sammelt die Gemeinde regelmäßig für soziale Projekte, erklärt Ophoff. In der Fastenzeit haben die Kommunionkinder nun schließlich selber Kuchen gebacken und dann auch verkauft: „Die Fastenzeit ist ja auch dafür da, besonders an das Teilen zu denken“, sagt Ophoff weiter.

Das Fremde zu bewältigen istnicht immer einfach

Mittlerweile kommen immer mehr Gemeindemitglieder am Flüchtlingsheim an und holen kleine und große Päckchen mit Spielsachen aus ihren Autos.

Rachid Akouaouach unterhält sich mit einigen der Besucher und freut sich sehr über die Spenden der Gemeinde. Akouaouach ist seit März Flüchtlingsberater im Werdener Flüchtlingsheim im Löwental und froh über diese Unterstützung.

„Das Fremde zu bewältigen, ist nicht immer einfach“, beschreibt Rachid Akouaouach die Situationder Flüchtlinge. Denn durch die neue Heimat und das Asyl-Verfahren mit all den Anträgen und der Bürokratie entstünden bei den Flüchtlingen natürlich viele Ängste und Ohnmachtsgefühle, erzählt der Flüchtlingsberater. Die meisten Bewohner im Übergangswohnheim sprächen außerdem kaum Deutsch, wenn sie in Essen ankämen, erklärt er weiter. „Daher brauchen wir Menschen, die sich engagieren und die gerne hier arbeiten“, sagt Akouaouach.

Es gebe auch schon einige ehrenamtliche Helfer, die unter anderem Deutschkurse für die Flüchtlinge anbieten, freut er sich. Diese Angebote würden auch dankend von den Flüchtlingen angenommen, die sich sehr darum bemühten, deutsch zu lernen.

Wer ebenfalls spenden oder persönlich helfen wolle, könne sich auch gerne jederzeit bei ihm und seinen Kollegen im Flüchtlingsheim melden. „Uns ist es nun auch sehr wichtig, dass wir nicht nur einmal helfen und es dann verdampfen lassen“, sagt Jutta Ophoff noch. Sie findet, dass solch eine Aktion Essen mit der weiten Welt verbinde: „So verschwinden Berührungsängste. Was ist das für ein Haus? Wer wohnt denn da? Warum sieht er so anders aus als wir? Spielen die Kinder hier genau so Fußball?“, sagt Ophoff und lächelt.

Weitere Projekte seien nun auch in Planung, erzählt sie noch. So sei unter anderem angedacht, Fußballturniere zu veranstalten.

Und trainieren können die Kinder im Löwental nun ja auch - Leonardo und die anderen spielen noch immer mit ihren neuen Fußbällen.

 
 

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