„Kettwig muss sich neu erfinden“

Kettwig aus der Luft: Essens südlichster Stadtteil.
Kettwig aus der Luft: Essens südlichster Stadtteil.
Foto: www.blossey.eu

Essen-Kettwig..  Er ist seit wenigen Tagen in Amt und Würden. Für die Interessengemeinschaft KettIN kümmert sich Herbert Lenzner seit der Jahreshauptversammlung um das Thema Stadtteilentwicklung.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Elke Nipshagen führt er ein Geschäft in der Altstadtgalerie an der Hauptstraße und bringt jede Menge Erfahrung für seine neue Aufgabe mit. Er ist Diplom-Kommunikationsdesigner, Betriebswirt mit dem Schwerpunkt Marketing, hat unter anderem in der Automobilindustrie gearbeitet, für die CDU auf Bundesebene Wahlkampf gemacht - „ich habe die gesamte Werbeklaviatur einmal durch“.

1996 hat er sich mit einer großen Werbeagentur in Nürnberg selbstständig gemacht. „Und anschließend habe ich mich ausschließend aufs Beratungsgeschäft konzentriert.“ Und irgendwann nahm die Idee von einem eigenen Geschäft mehr und mehr Formen an. Elke Nipshagen hat ebenfalls viel Erfahrung, die ausgebildete Juwelierin hat über 20 Jahre in der Haushaltswaren-Branche gearbeitet, schätzt den direkten Kundenkontakt.

Vorhandene Initiativen und Engagement muss gebündelt werden

Wie die Menschen in Kettwig ticken, wissen sie mittlerweile. Und auch, dass „wir hier nur gemeinsam stark sein können. Kettwig muss sich neu erfinden. Vieles wird einfach nur so aus dem Ärmel heraus initiiert. Dabei macht es einfach mehr Sinn, die vielen vorhandenen Initiativen und das Engagement zu bündeln“, sagt Herbert Lenzner.

Januar und Februar sind naturgemäß schwache Monate für den Einzelhandel. Und auch die Kettwiger Geschäftswelt hat einen schwachen Start ins Geschäftsjahr 2015 erlebt. „So gut die großen Feste für den Stadtteil sind, so wichtig ist auch die Kontinuität“, findet Lenzner. „Wir müssen hier ein Einkaufserlebnis schaffen. Und wir müssen das gesamte Konzept anspruchsvoller gestalten.“

Daran arbeitet er nicht erst seit heute. Bereits im Vorfeld der Kett-
IN-Jahreshauptversammlung „habe ich intensive Gespräche geführt. Und das Konzept für Kettwig, das ich derzeit erarbeite, wird bundesweit ermittelte Erfahrungen als Grundlage haben.“

Einer der Puzzlesteine, die die Kundenfrequenz in Kettwig erhöhen soll, wird sein, „dass wir Gemeinschaftsaktionen starten. Das ist auch für jeden, der mitmacht, deutlich erschwinglicher. Wir müssen gemeinsam Anlässe schaffen, die das Einkaufen in Kettwig zu etwas ganz Besonderem machen“, sagt Herbert Lenzner. Und da sind die Voraussetzungen nicht schlecht. Das Ambiente der historischen Altstadt ist sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal - „und wir müssen auch die Menschen, die in Bredeney, Werden und Ratingen-Hösel leben, ansprechen.“ Die Kaufkraft sei da, das Einzugsgebiet groß.

Herbert Lenzner will sich nicht nur auf die knapp 100 KettIN-Mitglieder konzentrieren, „sondern alle Geschäftsleute im Stadtteil erreichen“. Wenn sein komplettes Konzept schriftlich vorliegt, „soll es hier jeder bekommen“, sagt er.

Den Stadtteil Kettwig als Gesamtes zu betrachten, sei enorm wichtig. „Wir müssen noch besser vermitteln, was hier los ist, was wir zu bieten haben.“ Und das sei auf jeden Fall eine ganze Menge.

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