Jakob-Muth-Schule feiert Schuljubiläum mit Zirkusprojekt

Das 25-jährige Bestehen der Jakob-Muth-Schule in Kettwig wird mit einem Zirkusprojekt gefeiert. Die Förderschüler sowie Schüler der dritten und vierten Klassen der Schmachtenbergschule haben etwas einstudiert.
Das 25-jährige Bestehen der Jakob-Muth-Schule in Kettwig wird mit einem Zirkusprojekt gefeiert. Die Förderschüler sowie Schüler der dritten und vierten Klassen der Schmachtenbergschule haben etwas einstudiert.
Foto: FUNKE Foto Services
In Kooperation mit der Schmachtenbergschule wird eine Woche lang ein Zirkus erarbeitet mit Jonglage, Feuerzauber, Trapezkünstlern, Fakiren und vielem mehr.

Essen-Kettwig.  Vor dem rot-blauen Zirkuszelt, das an der Jakob-Muth-Schule am Bögelsknappen steht, ist es dieser Tage wuselig. Einige Mädchen und Jungen schwingen Poi, das sind Bälle, die an einer Schnur gehalten werden, im Kreis. Andere haben ihre Hula-Hoop-Reifen dabei oder das Zubehör zum Feuerschlucken. Die Trapez-Artisten brauchen dagegen in der Manege vor allem trockene Hände und eine sicheres Gleichgewicht für ihren Auftritt.

„Eigentlich ist es ganz einfach“, sagt René. Der Zwölfjährige gehört zu den Trapezkünstlern und nach drei Tagen an und auf der Stange hat er den Dreh raus. Figuren wie den „Seemann“, das „Vogelnest“ oder den „Stern“, bei denen jeweils Arme und Beine in verschiedenen Positionen auf der Stange und am Seil gehalten werden müssen, fallen ihm leicht. Bisher hatte René vornehmlich mit Freunden auf dem Rasen gekickt, gut 1,60 Meter über dem Boden zu turnen, war zunächst ungewohnt. „Inzwischen komme ich ohne Hilfe rauf“, erzählt er stolz.

Pierre Pütz und Mona Pilgrim sind als Lehrer dennoch immer an der Seite der Mädchen und Jungen. Von den Zirkuspädagogen Alex und Yvy vom Zirkus Zappzarap haben sie zunächst selbst die verschiedenen Kunststücke gelernt, um sie dann anschließend den Schülern beizubringen. Wobei nicht nur die Mädchen und Jungen der Förderschule sich in Artistik oder als Fakire und Jongleure betätigen, auch die Dritt- und Viertklässler der Schmachtenbergschule sind in dieser Woche eifrig beim Zirkusprojekt „JaMuSch 2.0“ dabei.

Nach 2004 ist es das zweite Mal, das die Schule einen Zirkus zu sich holt. Diesmal sind die Schulvorstellungen eingebunden in die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Fördereinrichtung für emotionale und soziale Entwicklung. „Für die Schüler ist so ein Projekt eine tolle Erfahrung“, sagt Schulleiter Lothar Döller-Fleiter.

Öffentliche Aufführungen

Er hat die Schule von der Gründung 1991 an begleitet, weiß um die verschiedenen Fähigkeiten der Mädchen und Jungen, wie man diese besonders fördert und wie man die Schüler auch fordert. „Viel Bewegung ist wichtig für Kinder, die Geduld, Ausdauer und Toleranz erst noch lernen müssen. Das gehört zu unserem täglichen Unterrichtskonzept, wird jetzt aber durch den Zirkus noch auf andere Weise aufgegriffen.“

Für Kinder, die nicht so gut in größeren Gruppen zurechtkommen, gibt es in dieser Projektwoche besondere Aufgaben: Sie kümmern sich zum Beispiel um die Bewirtung der Gäste und Mitschüler. Andere werden motiviert, sich etwas mehr als sonst zuzutrauen, „dazu gehört ja auch schon, vor einer Menge von Leuten etwas vorzuführen“, erklärt der Schulleiter.

Und damit das alles reibungslos bei den Aufführungen am Freitag (nichtöffentlich) und am Samstag (öffentlich, 11 und 13.30 Uhr) klappt, zeigen die Gruppen jeden Tag vor ihren Mitschülern die Übungsergebnisse. Da wird im Zelt geklatscht und gejohlt, strahlende Gesichter überall. Namensgeber Jakob Muth hätte sich gefreut – ein wunderbares gemeinsames Lernen, so sollte Inklusion funktionieren.

 
 

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