Helfertreffen für Flüchtlingsdorf Am Volkwald

Die Zelte des Flüchtlingsdorfes in Heidhausen stehen - am 9. Oktober soll die Einrichtung in Betrieb genommen werden.
Die Zelte des Flüchtlingsdorfes in Heidhausen stehen - am 9. Oktober soll die Einrichtung in Betrieb genommen werden.
Foto: WAZ FotoPool
Am 9. Oktober werden die ersten Flüchtlinge im Zeltdorf Am Volkswald erwartet - am 7. Oktober findet ein Helfertreffen in der Jona-Kirche statt.

Essen-Heidhausen.  Der Termin für die Belegung des Flüchtlingsdorfes auf der ehemaligen Sportanlage Am Stadtwald steht - am 9. Oktober wird die Einrichtung in Heidhausen ihren Betrieb aufnehmen.

Erst 240, dann 210 Plätze waren geplant - noch zu viel, um eine einigermaßen menschenwürdige Unterbringung zu gewährleisten. Die Stadt hat nun an die Anzahl der Flüchtlinge, die dort leben werden, auf 174 reduziert.

Ein Tropfen auf den heißen Stein, denn täglich - von montags bis freitags - werden Essen rund 35 neue Flüchtlinge zugewiesen. Nach weiteren Standorten für Flüchtlingsdörfer wird mit Hochdruck gesucht. Auch um eine Belegung der städtischen Turnhallen zu verhindern. Der eigenes eingerichtete Krisenstab hat sich am Donnerstag in seiner Sitzung mit dem Thema beschäftigt.

Ein Thema auch für die Bezirksvertretung IX. Kritisch sieht Bezirksbürgermeister Michael Bonmann die Arbeit des Krisenstabes, denn „für mich ist die derzeitige Situation keine Krise, sondern ein Problem. Und wenn zur Bewältigung ein Krisenstab notwendig ist, haben wir wirklich ein Problem“. CDU-Parteikollege Patrick Widmaier: „Es kann einfach nicht sein, dass so eine wichtige Sache der Politik aus den Händen genommen wird. Die Verwaltung sollte auch mal mit der Bezirksvertretung sprechen.“

Die Politik und die Bürger bei solchen Entscheidungen außen vor zu lassen, findet auch Elisabeth van Heesch-Orgass „unmöglich“. Sie kritisiert aber auch noch etwas anderes und bedauerte, dass zur BV-Sitzung im Kettwiger Rathaus „niemand von der Verwaltung gekommen ist“. Die Anweisung des Landes NRW, dass die Flüchtlingseinrichtungen nicht auf ihre Genehmigungsfähigkeit zu überprüfen sind, hält sie für falsch. „Standsicherheit, Feuerschutz, Fluchtwege - nichts muss überprüft werden. Wer wird haften, wenn etwas passiert? Gibt es denn überhaupt Notfallpläne?“

Mit der Ankunft der Flüchtlinge in Heidhausen beschäftigt sich seit Monaten intensiv die Initiative „Werden hilft“. Vertreter des Vereins konnten jetzt einen Scheck über 3400 entgegen nehmen - das ist der Erlös eines Ökumenischen Gemeindefestes. Andreas Brinck, Vorsitzender von „Werden hilft!“: „Das Ziel ist, von Beginn an zu schauen, welche Hilfen die Flüchtlinge dort konkret benötigen, und wie wir effektiv helfen und Unterstützung aus den Arbeitskreisen koordinieren können.“

„Werden hilft!“ möchte mit der evangelischen und der katholischen Pfarrgemeinde sowie einer Gruppe von Ärzten und anderen Interessierten den Flüchtlingen am Volkswald helfen. Auch Vertreter der Stadt Essen und des Betreibers European Homecare sind beteiligt.

Ein erstes Treffen für alle Helfer findet am Mittwoch, 7. Oktober, ab 19.30 Uhr in der Jona-Kirche statt.

 
 

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