Gravierende Mängel des Werdener Verkehrskonzeptes beheben

Petra Treiber
Für keine gute Lösung halten die Gegner des Verkehrskonzeptes die Pläne, die Abteistraße in beide Richtungen befahrbar zu machen.
Für keine gute Lösung halten die Gegner des Verkehrskonzeptes die Pläne, die Abteistraße in beide Richtungen befahrbar zu machen.
Foto: Alexandra Roth
Die Bürgerinitiative „Fließend Werden“ lädt zur Diskussion über das neue Verkehrskonzept an ihren Infostand vor dem Rathaus ein. Hier ihre Hauptkritikpunkte.

Werden.  Die Diskussionen um das neue Verkehrskonzept für den Werdener Ortskern reißen nicht ab. Lebhaft ging es bereits in den vergangenen Wochen an den jeweiligen Infoständen der Befürworter wie der Gegner einer veränderten Verkehrsführung rund um Abtei- und Brückstraße zu (diese Zeitung berichtete).

Während die Fraktionen der Bezirksvertretung IX, einige Partei-Ortsverbände und verschiedene Bürgerinitiativen auf Vorschläge vor allem für die Gestaltung des Platzes vor dem Rathausgebäude setzen (dazu gibt es eine Infoveranstaltung am 1. Dezember im Gymnasium Werden), möchte die Bürgerinitiative „Fließend Werden“ noch grundsätzliche Bedenken äußern und mit den Bürgern diskutieren. Weshalb die BI mit einem Infostand am Samstag, 5. November, vor dem Rathaus vertreten ist.

Busbucht entfällt

„Prinzipiell unterstützt die Bürgerinitiative ‘Fließend Werden’ die Zielsetzungen, die Verkehrsreduzierung, die Emissionsreduzierung sowie die Ortskernentwicklung, insbesondere die Gestaltung des Werdener Marktplatzes“, heißt es in einer Erklärung. Jedoch weisen die Akteure „eindringlich darauf hin, dass das vorliegende Verkehrskonzept erhebliche Mängelpunkte und Risiken beinhaltet, die nicht von den Befürwortern verneint werden sollten, sondern ‘rauskonzipiert’ werden müssen“.

Die BI schätzt die Verkehrssicherheit als äußerst kritisch ein. Unfallpotenziale entstünden durch ein massiv erhöhtes Verkehrsaufkommen an Schulen und Seniorenheimen. Auch die wegfallende Busbucht auf der B224 halten die Mitglieder der BI für gefährlich, weil nach dem neuen Verkehrskonzept nun Hauptbuslinien wie auch Schulbusse direkt auf der B224 halten. Eine enge Kurvenführung berge weitere Unfallrisiken.

Ferner entfallen hochfrequentierte Fußgängerampeln. „Die Folge sind unnötige Lauf- und Querungswege, die erheblich die Barrierefreiheit und Sicherheit für Seh- und Gehbehinderte einschränken“, meint die BI.

Neue Umwege geschaffen

Nur die relativ kurze Brückstraße und die Propsteistraße würden eine Verkehrsreduktion im Ortskern erfahren. Die kleinen Ortskernstraßen (u.a. Heck-, Wig- und Grafenstraße, Rittergasse) müssten jedoch die Entlastung tragen. Besonders interessant sei die umgedrehte Verkehrsführung im Klemensborn – sie schaffe neue Umwege und letztendlich zusätzliche Belastung durch Fahrzeuge.

Im Weiteren befürchten die Verkehrskonzept-Gegner erhebliche Schäden an den Anrainer-Häusern in der Abteistraße sowie eine hohe Lärm- und Schadstoffkonzentration in dieser und den kleinen Straßen. „Die ursprünglichen Ziele werden mit dem geplanten Verkehrskonzept in der jetzigen Form nur sehr eingeschränkt erreicht. Der Werdener Markt wird verschönert. Entlastet wird lediglich die etwa 180 m lange Brückstraße“, lautet das Fazit von „Fließend Werden“ – und fordert die Bürger am Samstag zur Diskussion auf.

Infostand und Infoabend

Die Bürgerinitiative „Fließend Werden“ lädt alle interessierten Bürger, Politiker und Befürworter an den nächsten Infostand auf dem Werdener Marktplatz am 5. November ab 10 Uhr ein. Der Informationsabend der Bezirksvertretung IX findet am 1. Dezember statt. Er beginnt um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums Werden (Grafenstraße 9).