Gemeinsame Ausstellung in Essen-Rüttenscheid

Die Kettwigerin Gabriele Kaiser-Schanz und der Brite Duncan Wright präsentieren unter dem Titel „Compositions 01“ ihre Werke in einer Rüttenscheider Galerie.
Die Kettwigerin Gabriele Kaiser-Schanz und der Brite Duncan Wright präsentieren unter dem Titel „Compositions 01“ ihre Werke in einer Rüttenscheider Galerie.
Foto: WAZ
„Compositions 01“: Duncan Wright schließt die Natur in Harz ein. Gabriele Kaiser-Schanz formt Zellkörper und großformatige Plastiken.

Essen-Kettwig/Rüttenscheid..  Warum steckt der Kopf der Frau im Glashaus? Nein, es handelt sich nicht um Alice im Wunderland, der sind ja auch recht merkwürdige Dinge passieren. Die „Haus-Frau“ der Kettwiger Künstlerin Gabriele Kaiser-Schanz steht für eben die Hausfrau, „die in erster Linie an den Haushalt denkt und nicht an ihre Bedürfnisse, wie es halt vielen Frauen so ergeht.“

Die Skulptur ist Teil einer Ausstellung, die sie mit dem britischen Kollegen Duncan Wright in ihrer Galerie in Rüttenscheid (Mathildenhof) zeigt. Der Titel lautet „Compositions 01“ und es ist tatsächlich die erste gemeinsame Präsentation ihrer Kunstwerke.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Seit 2009 ist die Kettwigerin mit ihrem Atelier in Rüttenscheid ansässig und kennt das Problem, geeignete Arbeitsräume zu finden. So stieß Renate Moltrecht, die wiederum galeristische Erfahrungen hat und für ihren Schwiegersohn Duncan Wright auf Ateliersuche war, auf freundliches Entgegenkommen. „Wir haben gemerkt, dass wir uns zu Dritt gut verstehen“, sagt Renate Moltrecht. Duncan Wright, der seit einem Jahr in Ratingen lebt, fand dann zwar ein Atelier in Essen-Werden, der Kontakt zur Kettwiger Kollegin riss aber nicht ab. Vielmehr wurde in weiteren Treffen der Gedanke von „Compositions 01“ geboren.

Duncan, der aus Südengland stammt und eine gut dotierte Lehrtätigkeit für seine künstlerische Arbeit aufgegeben hat, verwendet für seine Projekte hauptsächlich Materialien aus der Natur. Diese werden zwischen Schichten von Harz konserviert. „Es dauert mehrere Tage, bis eine Schicht trocken ist und ich weiterarbeiten kann“, berichtet Wright, der sich zu dem Titel „These Foolish Things“ zum Teil von Ereignissen aus seiner Kindheit inspirieren ließ.

Fiktive Konstruktionen

Die ländlich geprägten Szenen sind aber keine realen, sondern fiktive Konstruktionen. Dazu hat Wright Collagen in Öl auf Leinwand erarbeitet, wo Ausschnitte dieser Szenen vergrößert und gespiegelt dargestellt werden. Sinnsprüche ergänzen das Ganze und bieten Raum für Interpretationen.

Zu freien Interpretationen fordert auch Gabriele Kaiser-Schanz auf. Sie sucht und findet in ihren Objekten, Performances und Installationen eine moderne Bildsprache, um die Handlungsweisen des Individuums innerhalb der gesellschaftlichen, soziologischen und familiären Gefüge und Zwänge zu analysieren. „Systeme sind mein Thema“, erzählt sie. Systeme, die Menschen beengen und von denen er sich zu befreien sucht. Gefüge, die aber auch wichtig sind, damit Gesellschaft funktioniert. Dabei geht Kaiser-Schanz bis in kleinste Strukturen hinein, formt Zellkörper auf der Suche nach dem Mikrokosmos im Körper. Auch sie verwendet Naturmaterialien und traditionelle Techniken wie Papier, das sie selbst schöpft, Gips und Textilien, die sie flechtet oder häkelt.

 

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