Ein Workout fürs Löwental

Kristian Schäfer trainiert gern an der frischen Luft - der Musiker möchte im Löwental ein Street Workout installieren und sucht noch Unterstützer.
Kristian Schäfer trainiert gern an der frischen Luft - der Musiker möchte im Löwental ein Street Workout installieren und sucht noch Unterstützer.
Foto: FUNKE Foto Services

Essen-Werden..  Unter freiem Himmel die Fitness trainieren: Was Ältere noch als Trimm-Dich-Pfad kennen, ist andernorts in kompakter Form längst wieder Trend. Sogenannte Street Workout Parks stehen in Grünanlagen, Wohngebieten oder an Stränden, wo man an unterschiedlichen, fest installierten Klimmzugstangen, Barren und Hangelleitern Kraft und Kondition trainieren kann. Auch am ehemaligen Strandbad im Löwental soll so ein Park entstehen: Die CDU will in der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung am Dienstag, 24. Februar, einen entsprechenden Antrag stellen.

Die Initialzündung dazu kam bereits im vergangenen November während der Premiere der Werdener Zukunftswerkstatt im Jugend- und Bürgerzentrum. Nur wenige Jugendliche nahmen damals die Möglichkeit wahr, Ideen zur Gestaltung des Stadtteils einzubringen. Und auch Kristian Schäfer geht mit seinen 36 Jahren nicht wirklich mehr als Jugendlicher durch. Dennoch besuchte er die Veranstaltung und warb dort für seine Idee eines Street Workout Parks in Werden – und schaffte es seitdem, auch Politiker der CDU dafür zu begeistern. „Ich habe letztens mit deren Kinder- und Jugendbeauftragten das Strandbad-Gelände besucht und sie für die Idee gewinnen können”, so Schäfer, der als Berufsmusiker eigentlich weniger mit Sport zu tun hat. „Aber auch als Gitarrenspieler muss man fit bleiben”, sagt er und lächelt.

Die Vorteile vom Street Workout, auch Calisthenics genannt, liegen für ihn auf der Hand: Kinder, Jugendliche und natürlich auch Erwachsene können die Geräte nutzen, wann immer sie wollen – und das gratis und ohne Vereinszwang. Die Geräte sind einfach in der Handhabung – und robust, was laut Schäfer die Wahrscheinlichkeit für mutwillige Beschädigungen und damit die Kosten für eventuelle Reparaturen senkt. Außerdem lassen sich die Schwierigkeitsgerade der Übungen leicht variieren.

Zudem liegen die Geräte anders als bei Trimm-dich-Pfaden nicht weit auseinander, sondern sind auf einer kompakten Fläche verteilt.

Erstmals auf diesen Trend ist Kristian Schäfer während eines Urlaubs in Barcelona gestoßen: „Dort kann man am Strand an den Geräten trainieren. Ich war schnell begeistert und habe mich über Street Workout Parks schlau gemacht.” Dabei lernte er, dass Calisthenics mittlerweile ein globaler, rasant wachsender Trend ist. Gab es 2008 weltweit noch 1,8 Millionen aktive Sportler, hat sich diese Zahl im vergangenen Jahr auf 17 Millionen fast verzehnfacht. 2015 rechnet die deutsche Street-Workout-Gruppe „Baristi Workout” mit einen Anstieg auf 100 Millionen Sportler.

Im Ruhrgebiet ist dieser Trend allerdings bisher noch nicht angekommen. „In Deutschland gibt es eher im Süden Street Workout Parks”, weiß Schäfer. Lediglich in Düsseldorf und Köln existieren solche Parks – und demnächst auch in Essen-Werden, sollte sich die CDU mit ihrem Antrag durchsetzen: Sie will die Verwaltung damit beauftragen, einen Street Workout Park hinter dem Kinderspielplatz am Strandbad zu planen. Finanziert werden soll er aus Haushaltsmitteln – zumindest anfangs.

„Die Grundausstattung kostet zwischen 8000 und 12 000 Euro”, so Schäfer. „Jedoch lässt sich der Park beliebig erweitern.” Und für solche Erweiterungen wünscht sich der Initiator Sponsoren. „Wie groß der Park letzten Endes wird, hängt davon ab, wieviel Geld wir zusammen bekommen.”

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