Der Waldlehrpfad in Essen-Kettwig beheimatet 28 Baumarten

Patricia Fahrschon
Seit 27 Jahren kümmert sich Förster Armin Wuttke um díe Essen Wälder und den Waldlehrpfad in Essen-Kettwig
Seit 27 Jahren kümmert sich Förster Armin Wuttke um díe Essen Wälder und den Waldlehrpfad in Essen-Kettwig
Foto: Rieck
2,3 Kilometer lang ist der Waldlehrpfad im Kettwiger Stadtwald. Ein Spaziergang mit Förster Armin Wuttke zwischen Zauberei und der Realität.

Essen-Kettwig.  Sie sind wahre Wunderwerke der Natur, verwandeln Kohlendioxid in Sauerstoff, manche unter ihnen können hunderte Jahre alt werden: Bäume und ihre Geschichte sind Mittelpunkt des Waldlehrpfades im Essen-Kettwiger Stadtwald.

Ein 2,3 Kilometer langer, idyllischer Rundweg – hier sehen Spaziergänger alle sogenannten „Bäume des Jahres“, die seit 1989 von einem Expertengremium gekürt werden. Dabei lernt der Betrachter die Bäume auf eine ganz besondere Art kennen. Denn auf speziellen, hölzernen Tafeln wird auch die Bedeutung des jeweiligen Baumes in der Mythologie umfangreich erklärt.

So wie bei der Winterlinde. Sie ist die aktuelle „Preisträgerin“ für 2016. Deshalb wachsen seit kurzem mehrere frisch gepflanzte Bäumchen dieser Art im Kettwiger Wald. Die Winterlinde mit ihren herzförmigen Blättern gilt als einer der schönsten Bäume in Deutschland. Blätter und Blüten sind bekannt für ihre heilende Wirkung, beispielsweise bei Fieber oder Kopfschmerzen. Und der interessierte Beobachter erfährt, dass sie die Menschen in früheren Zeiten als Zauberbaum vor Geistern, Hexen und Teufeln schützen sollte. Ein Treffen unter der Winterlinde verlieh Stärke und Kraft.

Revierförster Armin Wuttke (57) hegt und pflegt die Essener Wälder seit mittlerweile 27 Jahren: „Unseren Waldlehrpfad in Kettwig gibt es seit 2003. Wir wollen bei den Bürgern die Aufmerksamkeit für die Bäume, welche am Wegesrand wachsen, näherbringen.“

Auch Bäume sind Konkurrenten

In der alljährlichen Pflanzaktion zum jeweiligen „Baum des Jahres“ setzen die Fachleute oft über 50 Bäumchen. Sie sind im Durchschnitt drei Jahre jung und 1,20 Meter klein. Wuttke: „Später bleiben dann vielleicht zehn oder 15 von ihnen übrig.“ Denn auch die Bäume im Wald machen sich untereinander Konkurrenz und nur die Kräftigsten setzen sich am Ende durch.

Mittlerweile umfasst der Kettwiger Waldlehrpfad 28 Baumarten. Zu den Exemplaren mit der längsten Lebensdauer gehören die Traubeneichen (Baum des Jahres 2014). Armin Wuttke: „Diese Bäume können nach über 300 Jahren immer noch hier stehen.“ Ihre Blätter gelten als Symbol für Beständigkeit. Daher kommt ihre Darstellung auf vielen Münzen, Wappen und Urkunden. In der keltischen Mythologie galt die Eiche als Symbol für Schutz und Ruhe.

Tannen wurden abgesägt

Dagegen hat die Gemeine Eibe auch böse Tücken. Ihre Nadeln wären bei Verzehr für Menschen tödlich, für Rehe und Hasen dagegen sind sie eine Delikatesse. Früher sollte ein Stück Eibenholz, am bloßen Körper getragen, Zauberei und böse Geister abwehren.

Leider wissen nicht alle den idyllischen Lehrpfad und seine Bäume zu schätzen. Revierförster Wuttke: „Wir haben regelmäßig starken Vandalismus. Mehrere Schilder wurden angezündet und mit Farbe beschmiert, Tannen abgesägt.“