Das Frühlingsfest lässt Federn

Am Stand des Hotel-Restaurants Jägerhof: (v.l.) Thorsten Kaimer, Carolin und Mario Kurth.
Am Stand des Hotel-Restaurants Jägerhof: (v.l.) Thorsten Kaimer, Carolin und Mario Kurth.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig. Drei Tage stand in Kettwig das Frühlingsfest im Mittelpunkt. Mit Musik, mit Gastronomie, mit einem Flohmarkt in der Kirchfeldstraße und mit verkaufsoffenem Sonntag.

Unterm Strich trat ein, was Wolfgang Bieger, Vorsitzender des Veranstalters KettIN schon im Vorfeld befürchtet hatte. Da parallel in sechs Essener Stadtteilen die Geschäfte am Sonntag geöffnet hatten, „bekamen wir nicht unerhebliche Auswirkungen zu spüren. Gefühlt waren ein Drittel weniger Besucher hier als bei vergangenen Festen.“ Aus anderen Stadtteilen hört er ebenfalls wenig Gutes: „In Rellinghausen sollen es 50 Prozent weniger Gäste gewesen sein.“

Während es in Geschäften, die mit nicht unerheblichen Rabatten und Sonderaktionen lockten, gut lief, hatten andere Einzelhändler am Ende des Wochenendes kaum Zählbares in den Kassen.

Das neue Ladenöffnungsgesetz, das die verkaufsoffenen Sonntag pro Stadt begrenzt, sei wohl nicht mehr zu kippen. Wolfgang Bieger: „Aber vielleicht wäre es eine Möglichkeit, zu differenzieren. Große Städte mit vielen Stadtteilen müssten anders behandelt werden als kleine Städte, in denen sich nicht so viele den Kuchen teilen.“

Seit Jahren organisiert Eberhard Kühnle für KettIN die großen Feste. Sein Fazit: „Der Freitag war zu kalt, der Samstag hat es etwas rausgerissen, aber der Sonntag war einfach nur enttäuschend. Die anderen Veranstaltungen waren sicherlich ein gravierender Grund - da müssen wir uns in Zukunft etwas einfallen lassen. Außerdem sollten die Einzelhändler noch verstärkt die Möglichkeit nutzen, um auf die Kunden zuzugehen. Vielleicht mit einem Gläschen. So etwas kommt immer gut an.“

Musik und - erstmals verstärkt - Gastronomie machten das Frühlingsfest aus. Mit dem „Parlament“ und dem „Jägerhof“ beteiligten sich zwei Restaurants an der Veranstaltung. Wolfgang Bieger: „Auf diese Mischung wollen wir in Zukunft verstärkt setzen.“

Für Carolin Kurth vom „Jägerhof“ war die Premiere eine spannende Erfahrung: „Wir haben eine Menge gelernt. Es kamen viele Stammgäste an unseren Stand, und wir haben gute Gespräche geführt.“ Ihre Idee: „Vielleicht könnte man auch mal dem Oldtimer-Treffen des ACK einen größerenen Rahmen geben - das war eine tolle Veranstaltung.“

Zum nächsten Sonntags-Shopping werden die Kunden am 6. Juli in Kettwig erwartet - begleitend zur 125-Jahrfeier des HVV. An diesem 6. Juli öffnen auch in Altenessen und in Werden die Läden. Statt den Konkurrenzgedanken zum Thema zu machen, wird es mit dem Nachbarstadtteil eine Kooperation geben. „Wir lassen zwischen Kettwig und Werden einen Doppeldeckerbus fahren, der den Gästen die Möglichkeit gibt, auf originelle Weise beide Feste zu besuchen.“

 

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