Ausgleich zum stressigen Alltag

Freuen sich auf die Frauen: Schwester Diethilde, Generaloberin der Elisabeth-Schwestern, Gabriele Becker von der Selbsthilfeberatung Wiese e.V., Nadja Frauenhofer, Contilia Gruppe, und Ulla Timmers-Trebing vom Verein für Gesundheitssport und Sporttherapie (VGSU).
Freuen sich auf die Frauen: Schwester Diethilde, Generaloberin der Elisabeth-Schwestern, Gabriele Becker von der Selbsthilfeberatung Wiese e.V., Nadja Frauenhofer, Contilia Gruppe, und Ulla Timmers-Trebing vom Verein für Gesundheitssport und Sporttherapie (VGSU).
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Schuir..  Wenn beim Gesundheitstag für Frauen mehr als tausend Gäste über die Anliegerstraße zum Kloster Schuir wandern, sieht das aus wie eine Ameisenstraße, meint Gabriele Becker vom Verein „Wiese“. Am Donnerstag, 26. Juni, können Frauen jeden Alters am Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern von der heiligen Elisabeth zu Essen zum siebten Mal „Loslassen und Auftanken“ – und hoffentlich auch ein bisschen Entspannung mit zurück in den Alltag nehmen.

Das Programm des Gesundheitstags besteht aus rund 40 Gesprächsgruppen, Sportkursen und Workshops. „Aber es geht nicht darum, möglichst viel zu schaffen“, betont Nadja Frauenhofer von der Contilia Gruppe. Der Tag sei vielmehr dazu gedacht, einen Ausgleich vom stressigen Alltag zu finden, auszuspannen und persönliche Gespräche zu führen. „Man kann sich auch einfach auf der Wiese in einen Liegestuhl setzen und gar nichts tun.“

Die Atmosphäre beim Gesundheitstag sei jedes Mal etwas Besonderes, da sind sich die Organisatorinnen einig. Sie erwarten wieder rund 1300 Frauen, die sich auf dem Klostergelände gegenseitig beraten, gemeinsam kreativ sind und Sport treiben. „Wiese“, der Zusammenschluss der Essener Selbsthilfegruppen, und die Contilia Gruppe, zu der mehrere Krankenhäuser im Essener Süden gehören, organisieren den Tag gemeinsam mit dem Verein für Gesundheitssport und Sporttherapie der Uni Duisburg-Essen (VGSU) und der Ehrenamt Agentur.

Auch die Schwestern des Klosters sind ins Programm mit eingebunden. „So ein Tag zum Wohlfühlen passt zum Kloster-Charakter“, findet Schwester Diethilde, Generaloberin des Ordens. An diesem Tag sei nur der einzelne Mensch wichtig: „Niemand muss irgendeine Leistung bringen.“

Bedarf zum Ausgleich bestehe in dieser Hinsicht auf jeden Fall, meint Becker, denn viele Frauen stünden im Alltag unter großem Druck. „Beim Gesundheitstag geht es viel um Achtsamkeit. Es ist ein Tag zum Innehalten, um sich so zu akzeptieren, wie man ist.“

Die Erfahrung der Selbsthilfegruppen und das Fachwissen der Mediziner und Sportler greifen dabei ineinander. Neu im Programm sind in diesem Jahr ein Achtsamkeitsworkshop, der dabei helfen soll, Stress-Signale im eigenen Körper zu sehen und zu verstehen, sowie ein Selbstverteidigungskurs. „Dabei geht es vor allem darum, über die eigene Mimik und Haltung Stärke zu demonstrieren“, erklärt Ulla Timmers-Trebing vom VGSU.

Lebensumbrüche als Chance nützen

Bei einem Podiumsgespräch zum Thema Lebensumbrüche diskutieren Vertreterinnen verschiedener Institutionen, wie Frauen mit neuen Situationen im Lebenslauf umgehen und diese als Chance nutzen können – beispielsweise den Eintritt ins Rentenalter. Unter dem Motto „Das schlägt mir auf den Magen, das bricht mir das Herz“ erklären Ärzte den Einfluss der Psyche auf die Entstehung von Krankheiten, während der Gesprächskreis „Raus aus dem Tabu“ die Situation der Angehörigen psychisch kranker Menschen thematisiert. Um 17 Uhr feiern die Besucherinnen gemeinsam einen Abschlussgottesdienst.

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