Absolut alltagstauglich

Der Einstieg zum Panoramaradweg erfolgt über Vor der Brücke - und dann geht es über knapp 40 Kilometer bis nach Solingen.
Der Einstieg zum Panoramaradweg erfolgt über Vor der Brücke - und dann geht es über knapp 40 Kilometer bis nach Solingen.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig. Mit Fertigstellung der Rampe am Sengenholzer Weg ist er komplett, der Panoramaradweg Niederbergbahn. Auf einer Strecke von knapp 40 Kilometern verbindet er den Ruhrtalradweg in Kettwig mit der Korkenziehertrasse in Solingen.

Doch er ist weit mehr als ein Radweg. Findet Friedhelm Terfrüchte vom Planungsbüro DTP aus dem Werdener Löwental. Er war Projektsteuerer, hat die Unternehmung von Beginn an begleitet.

Die Bedeutung des Radweges, der auf einer ehemaligen Bahntrasse verläuft, „geht weit über seinen eigentlichen Freizeitwert hinaus“, sagt er. Für die beteiligten Städte sei es natürlich ein Kraftakt gewesen. 12 Mio Euro wurden investiert, 75 Prozent vom Land gefördert - „aber die Nachhaltigkeit des Projektes wurde sofort erkannt und die Idee schnell aufgegriffen und in einem gutem Miteinander umgesetzt“. Viel Lob für die Städte Heiligenhaus, Velbert, Wülfrath und den Kreis Mettmann. Aber viel Lob kommt auch zurück, „denn jetzt ist eine Region befahrbar geworden, die eigentlich gar keine Radwege kannte“, sagt Friedhelm Terfrüchte. Das Bergische Land war bis dato wahrlich kein Dorado für Radfahrer, „und jetzt können zum Beispiel Kinder in Heiligenhaus mit dem Fahrrad zur Schule fahren“.

Durchgängig drei Meter breit ist der Panoramaradweg, asphaltiert, kreuzungs- und barrierefrei. Mit einer Steigung von maximal zwei bis drei Prozent außerdem völlig alltagstauglich - ein E-Bike braucht auf dieser Strecke keiner.

Kettwig sei durch diese Anbindung „das Tor zum Bergischen Land“, sagt Friedhelm Terfrüchte. Und dem Stadtteil böten sich dadurch und durch den Ruhrtalradweg viele Chancen, die es auch zu nutzen gelte.

Terfrüchte selbst ist den Panoramaradweg oft gefahren. „Ich mag es, über den Dächern einer Stadt zu sein. Man hat auf dieser Strecke immer wieder einen weiten Blick, und da wir zahlreiche Landschaftsfenster eingebaut haben, reiht sich ein besonderer Eindruck an den nächsten.“ Über 26 Brückenbauwerke - Denkmal geschützte wie neue - führt die ehemalige Trasse, die „viele bahnaffine Merkmale hat und so ihre Vergangenheit auch nicht verleugnet“.

Während gerade an den Wochenenden rund um den Baldeneysee und entlang der Ruhr „Nutzungskonflikte“ entstehen, Radler, Skater, Spaziergänger sich gegenseitig im Weg sind, sei der Panoramaradweg eine gute und deutlich ruhigere Alternative.

Und es tut sich mittlerweile auch am Rand der Strecke eine ganze Menge. „Die Gastronomie entwickelt sich. Neue Betreiber kommen hinzu. Die, die schon lange da sind, passen sich den veränderten Bedingungen an.

Wer den Weg erst einmal häppchenweise erkunden und kombinieren will: Es gibt 92 Anbindungspunkte zu Bus und Bahn.

 

EURE FAVORITEN