Abitur 2016 – Mathe wäre geschafft

Schüler Fabian Biermann packt zusammen mit einem „guten Gefühl“: Mehr als vier Zeitstunden hat die Mathe-LK-Klausur in Anspruch genommen. Viele Prüflinge trugen einen Mathekurs-Pulli – mit dem Kreiszeichen „Pi“ als Wortspiel-Gag: „V.I.P.“
Schüler Fabian Biermann packt zusammen mit einem „guten Gefühl“: Mehr als vier Zeitstunden hat die Mathe-LK-Klausur in Anspruch genommen. Viele Prüflinge trugen einen Mathekurs-Pulli – mit dem Kreiszeichen „Pi“ als Wortspiel-Gag: „V.I.P.“
Foto: FUNKE Foto Services
100 Schüler des Gymnasiums Werden haben eine weitere Klausur geschrieben. Von den Besonderheiten des Fachs Mathematik beim Abitur.

Werden.  Landesweit war am Donnerstag Matheklausur-Tag für die Abi-Jahrgänge der Gymnasien. An einem der größten Gymnasien im Stadtgebiet, dem Gymnasium Werden, schrieben 100 Schüler ihre Klausur, 64 in einem Grund-, 36 in einem Leistungskurs. Insgesamt sind am Gymnasium Werden in diesem Jahr 158 junge Leute zu den Abiturprüfungen zugelassen worden. Pünktlich um neun ging’s los, fünf Klassenräume in einem Flur im Obergeschoss waren für die Prüfungen freigeräumt worden.

Um 13.15 Uhr mussten die letzten Leistungskurs-Absolventen ihre Klausurbögen abgeben; Fabian (18) packt Stifte und Trinkflasche ein: „War ganz gut“, sagt er, lächelt leicht ermattet und verschwindet aus dem Raum. Mit 11,5 Punkten ist er vorbenotet; das liegt genau zwischen einer zwei und einer zwei plus. Wie er sich vorbereitet hat? „In den Osterferien habe ich gelernt.“ Dafür hatte er sich auch die Abi-Klausuren der letzten Jahre angeschaut, die vom Land regelmäßig veröffentlicht werden.

Seit es in NRW das Zentral-Abi gibt und angesichts von vielen Veränderungen seit dem berühmten „Pisa-Schock“ in 2001 hat sich vieles verändert an den Schulen: „Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache – zwei dieser drei Fächer müssen mit ins Abitur genommen werden“, erklärt Schulleiterin Felicitas Schönau. „Manche schrecken deshalb vor der Wahl zum Beispiel eines Bio-Leistungskurses zurück, weil das bedeutet, dass automatisch auch Mathe ein Abiturfach wird.“ Das erkläre zum Teil die gestiegene Zahl von schriftlichen Abi-Prüfungen im Fach Mathe. „Viele Schüler möchten Mathe auch nicht als mündliches Fach haben.“ Gerade mal sieben sind es an ihrer Schule in diesem Jahr: „Es gibt die Angst davor, im entscheidenden Moment eine Blockade zu haben.“ Dabei spräche vieles für Mathe als viertes, also mündliches Fach: „Der Lehrer selbst stellt die Aufgaben, sie werden, anders als bei den schriftlichen Arbeiten, nicht vom Land vorgegeben.“

In diesem Jahr waren es im Fach Mathe die Bereiche „Analysis“, „Analytische Geometrie“ und „Stochastik“, aus denen die Lehrer einen Tag vor der Prüfung zwei Bereiche auswählen mussten. „Stochastik haben wir verworfen“, sagt Mathe-Lehrer Jens Hörentrup. „Bei einem falschen Ansatz ist sofort die ganze Aufgabe hin. Das ist das Risiko der Stochastik.“

Viele Prüflinge gestern trugen übrigens graue Kapuzenpullis – eigens von ihrem Mathe-Leistungskurs, auf dem Rücken alle Namen der Schüler. Und vorne drauf ein Wortspiel – wer’s englisch ausspricht, versteht’s: Ein „V.I.P.“-Schriftzug, aber das „P.“ als Sonderzeichen „Pi“: die Kreiszahl, die das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu seinem Durchmesser beschreibt. Drei komma eins irgendwas. Naja, vielleicht sind die Klausuren ja sogar besser geworden!

 
 

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