Keine Lösung für Rüttenscheider Parkplatzchaos in Sicht

Kein seltenes Bild - Parken in zweiter Reihe. In den Seitenstraßen rund um Gruga und Rüttenscheider Straße brauchen Autofahrer vor allem eines: Nerven.
Kein seltenes Bild - Parken in zweiter Reihe. In den Seitenstraßen rund um Gruga und Rüttenscheider Straße brauchen Autofahrer vor allem eines: Nerven.
Foto: WAZ FotoPool
Bei Veranstaltungen wie dem Sommerfest an der Gruga wird die ohnehin verschärfte Park-Situation in Rüttenscheid auf eine harte Probe gestellt. Die Interessengemeinschaft Rüttenscheid fordert mehr Augenmaß beim Abschleppen - und schlägt den Parkplatz Lilienthalstraße als Ausweichfläche vor.

Essen. Olaf Lantermann saugt gerade sein Auto aus. Nicht mehr lange, dann geht es in den Urlaub. Fernab von Regenwetter und zugestopften Straßen. Gedanken um einen Parkplatz muss er sich dann - zumindest kurzzeitig - keine mehr machen. Der 48-Jährige wohnt in der Pelmanstraße, nur wenige Meter von der Messe entfernt. Am vergangenen Wochenende war wieder die Hölle los, als nebenan zum Rummel gerufen wurde. „Seitdem das Anwohnerparken vor einigen Jahren hier abgeschafft wurde, ist es schwierig geworden“, sagt er.

30 bis 45 Minuten „gurkt“ Olaf Lantermann manchmal um den Block, bis er einen freien Stellplatz gefunden hat. Dabei macht der 48-Jährige nicht nur Veranstaltungen in Messe und Grugahalle für das Parkchaos verantwortlich. Auch am Landgericht und dem nahen Uni-Klinikum seien freie Parkboxen Mangelware, viele Autofahrer - vor allem Arbeitnehmer - würden dann eben auf die umliegenden Seitenstraßen ausweichen.

Etwas ratlos steht auch Bezirksbürgermeister Gerhard Barnscheidt der Blechkarawane gegenüber. „Das Parkplatzproblem ist riesengroß. Für den Vorschlag, unter dem Rüttenscheider Markt ein Parkhaus zu bauen, findet sich kein Investor. Eine Möglichkeit würde ich am alten Güterbahnhof sehen, aber dort sind die Eigentümer gefragt“, sagt Barnscheidt.

Auf den Parkplatz Lilienthalstraße ausweichen?

„Dieses Problem ist im Moment nicht lösbar“, konstatiert er. Dabei versuchen Messe und Gruga bereits mit Schlagbäumen und Kontrollen, umliegende Seitenstraßen während größerer Veranstaltungen vor dem Besuchsverkehr zu schützen. Doch allen Anliegern hilft das nicht.

Klaus Nemet etwa lebt in der Ursulastraße. „Vor allem abends sieht man hier viele auswärtige Kennzeichen. Dann parke ich mitunter sogar am Krupp-Krankenhaus, wo ich arbeite“, sagt der 50-Jährige. Er würde Anwohnerpark-Ausweise, wie es sie etwa im Museumsviertel bereits gibt, befürworten. Das würde ihm und seinen Nachbarn viel Zeit ersparen, ist Nemet überzeugt.

Rolf Krane, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Rüttenscheid, hält entschieden dagegen. „Ein Anwohnerparken in dem Bereich rund um die Gruga und das Messegelände würde die Situation nur noch weiter verschärfen“, sagt er. Er schlägt vor, den für die Messe Essen vorgesehenen Parkplatz Lilienthalstraße am Flughafen Essen/Mülheim häufiger zu nutzen und Pendelbusse einzusetzen. Dadurch könnte viel Verkehr aus dem Stadtteil abgeleitet werden.

„Raus aus der Straßenbahn, rein in die Geisterbahn“

Öffentliche Verkehrsmittel sind auch eine Empfehlung, die Alfons Ritter, Vorsitzender des Schaustellerverbandes allen Besuchern des Sommerfestes an der Gruga gibt: „Raus aus der Straßenbahn, rein in die Geisterbahn“, sagt Ritter. Alle vorhandenen Messe-Parkplätze hätten am Wochenende zur Verfügung gestanden.

Dennoch wichen nicht wenige Besucher in den Stadtteil aus - und wurden bei ihrer Rückkehr mitunter böse überrascht, wie etwa Leser Andreas Stein schrieb. Sein Wagen ist abgeschleppt worden, obwohl er nicht verkehrsgefährdend geparkt habe. Auch in diesem Punkt, glaubt IGR-Vorsitzender Rolf Krane, könne die Parksituation entschärft werden: „Manchmal wird wirklich unverhältnismäßig abgeschleppt, da fordern wir mehr Augenmaß bei der Stadt.“

 
 

EURE FAVORITEN