Keimzelle für die Start-up-Szene am Isenbergplatz

Im dritten Geschoss des Geschäftshauses am Isenbergplatz stehen 140 Quadratmeter für kreative Start-up-Unternehmen zur Verfügung.
Im dritten Geschoss des Geschäftshauses am Isenbergplatz stehen 140 Quadratmeter für kreative Start-up-Unternehmen zur Verfügung.
Foto: WAZ
  • Wer die Räume nutzen möchte, braucht statt Geld gute Ideen
  • 140 Quadratmeter bieten Platz für viele Kreative
  • Eheleute sehen sich als moderne Mäzene

Essen-Südviertel.. Nach solchen Geschäftsräumen strebt vermutlich jedes kreative Unternehmen: Zentral gelegen in einem kernsanierten Gebäude aus dem Jahr 1928, bietet das Haus an der Rellinghauser Straße 111 auch noch eine hochwertige Innenausstattung, einen direkten Blick auf den Kiez am Isenbergplatz und eine Loggia mit bodenhohen Fenstern, die sogar mit einem Architekturpreis geadelt wurde.

140 Quadratmeter Fläche

Anstatt die 140 Quadartmeter großen, loftähnlichen Räume nun möglichst hochpreisig an ein erfolgreiches Unternehmen zu vermieten, haben die beiden Eigentümer, das Ärzte-Ehepaar Shabnam Fahimi-Weber und Dirk Weber, ganz andere Pläne: „Wir möchten die Räume gerne jungen Start-up-Unternehmen überlassen. Es gibt viel zu viele kluge Köpfe in dieser Stadt, die in Kellerräumen an ihren Ideen tüfteln müssen“, sagt HNO-Ärztin Shabnam Fahimi-Weber, die durch ihre eigenen Erfahrungen ihre Begeisterung für die E-Commerce-Szene – neue Handelslösungen im Internet – entdeckte. „Ich arbeite aktuell an Webseiten und Apps im Gesundheitssystem, die die Kommunikation zwischen Dienstleistern und Patienten verbessern und vereinfachen sollen. Dadurch habe ich viele junge und ehrgeizige Leute kennengelernt, die mich mit ihren Ideen faszinieren“, sagt die 45-Jährige.

Vor sieben Jahren hatte das Paar das Haus gekauft und 2014 mit der aufwendigen Sanierung begonnen. Im vergangenen Jahr dann zogen die ersten Unternehmen ein, darunter auch die „Ackerhelden“, die zuvor in der Kunigundastraße beheimatet waren und ebenfalls zur Start-up-Szene gehören.

„Wir sehen uns als Mäzene, die Start-ups fördern“

„Wir sehen uns als Mäzene. Andere fördern Kunst, wir möchten jungen Unternehmen aus dem Bereich des E-Commerce unter die Arme greifen“, sagt Dirk Weber, der ebenso wie seine Frau ein leidenschaftlicher Netzwerker ist und über viele Kontakte in der Stadt verfügt. „Bei Bedarf unterstützen wir auch, wollen uns aber keineswegs aufdrängen. Wir haben selbst bereits Unternehmen gegründet und wissen, dass der erste Schritt nie einfach ist“, sagt Shabnam Fahimi-Weber, die Reinhard Wiesemann vom Unperfekthaus als großes Vorbild nennt: „Auch er hat etwas Großartiges in seinem Kiez geschaffen und war Vorbild für diese Idee.“

Dabei schwebt den beiden eine zeitlich befristete Lösung vor: „Wir würden gerne mehrere Kreative hier herein holen. Die Nebenkosten werden unter allen aufgeteilt – die Mietkosten wollen wir je nach Erfolg des Start-ups aushandeln. Es geht nicht darum, Gewinne zu erwirtschaften. Mieteinnahmen würden wir stattdessen gern verwenden, um das Dachgeschoss oder die Kellerräume für den gleichen Zweck auszubauen. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Erst einmal wollen wir schauen, ob und wie unser Pilotprojekt anläuft“, sagt Dirk Weber.

Wer Interesse daran hat, die teilmöblierten Räume zu nutzen, kann sich per E-Mail bewerben. Darin sollte die Geschäftsidee des Start-up-Unternehmens kurz erläutert werden und die Anzahl der beteiligten Personen. Weitere Informationen und Bewerbungen an: dr.dirkweber@t-online.de oder s.fahimi-weber@rub.de.

Start-up-Forum der Essener Wirtschaftsförderung

Auch die Essener Wirtschaftsförderung kann bei der Unternehmensgründung helfen. Sie kooperiert dabei mit dem Startercenter NRW, das unter der Federführung der Essener Industrie- und Handelskammer gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft betrieben wird. Die EWG ist auch Partner des Gründungsnetzwerkes Essen und gibt Auskünfte zum Standort, zu geeigneten Räumlichkeiten, gewerblichen Flächen und Genehmigungsverfahren.

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen im Bereich der Existenzgründung gehört das Forum „Start-up-Essen“, das sich als Moderator für alle Fragen in diesem Bereich versteht. Jeden dritten Mittwoch im Monat trifft sich das Forum und bietet Gelegenheit zum Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Gründern und Unternehmern aus den verschiedenen Branchen.

Darüber hinaus werden Kontakte zu Beratungseinrichtungen vermittelt, die in allen Phasen der Existenzgründung unterstützend und begleitend tätig werden. Das nächste Treffen ist am 16. März um 19.30 Uhr im Punto Latino (Heckpassage) am Kopstadtplatz 24-25 in der Innenstadt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Weitere Informationen und Anmeldungen zum Start-up-Forum nimmt die Essener Wirtschaftsförderung entgegen unter Tel.: 0201 820 240 oder per E-Mail an info@ewg.de

 

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