Karstadt-Zentrale bleibt: Essen jubelt mit den Mitarbeitern

Grünes Licht: Karstadt wird die Hauptverwaltung an der A 52 für weitere zwölf Jahre mieten. Dieser Mietvertrag war auch Voraussetzung dafür, dass das denkmalgeschützte Gebäude verkauft werden konnte.
Grünes Licht: Karstadt wird die Hauptverwaltung an der A 52 für weitere zwölf Jahre mieten. Dieser Mietvertrag war auch Voraussetzung dafür, dass das denkmalgeschützte Gebäude verkauft werden konnte.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Hängepartie ist zu Ende: Warenhaus-Konzern Karstadt bleibt in Bredeney
  • Konzern schließt langfristigen Mietvertrag mit neuem Besitzer der Immobilie ab
  • Diskussion um Denkmalschutz dürfte aber weiter gehen

Essen.. Gegen 14.20 Uhr brandet am Montag Jubel in der Karstadt-Hauptverwaltung auf: Der Vorstandsvorsitzende Stephan Fanderl verkündet vor der versammelten Belegschaft, dass der Warenhaus-Konzern in Essen an der Theodor-Althoff-Straße bleiben wird. „Das ist ein klares Bekenntnis zum Standort Essen“, sagte anschließend ein Mitarbeiter voller Freude.

Damit endet für die rund 1000 Mitarbeiter die seit einem Jahr dauernde Hängepartie um die Frage, wo sie künftig arbeiten werden. Düsseldorf war im Gespräch, bis zuletzt auch Oberhausen. Doch der Großteil der Beschäftigten wollte lieber in Essen bleiben. Ein Fakt, den wohl auch die Geschäftsführung im Hinterkopf hatte, wenn Fanderl erklärte: „Wir haben immer darauf gedrängt, dass Essen eine faire Chance erhält.“

Entscheidend dürften vor allem zwei Punkte gewesen sein: Erstens kann sich Karstadt in der Zentrale nun deutlich kleiner setzen, zum anderen hat Karstadt wohl auch beim Mietpreis gut verhandelt.

Neuer Eigentümer der Immobilie ist die Publity AG

Essen indes wertet die Entscheidung vor allem als starkes Signal an den Standort. „Es wäre für uns ein Imageverlust gewesen, wenn der Traditionskonzern Karstadt mit 1000 Arbeitsplätzen gegangen wäre“, sagte Wirtschaftsförderer Dietmar Düdden. Auch OB Thomas Kufen lobte den Entschluss: „Nicht zuletzt, weil wir auf dem Grundstück eine wichtige Entwicklung vorhaben. Und die ist mit Karstadt als Ankermieter sicher leichter“, meinte er.

Neuer Eigentümer der Immobilie ist die Publity AG aus Leipzig. Das Unternehmen soll den Verbleib Karstadts zur Bedingung für einen Kauf gemacht haben, bestätigte Detlev Haselmann, Vorstand beim Karstadt-Pensionsfonds, dem Verkäufer des Gebäudes. Der Fonds habe daraufhin die Gespräche zwischen Karstadt und Publity angebahnt. Drei Monate lang sollen beide Partner verhandelt haben.

Der Eigentümerwechsel hat offensichtlich auch Karstadt zum Umdenken bewegt. Denn der neue Besitzer kam dem Warenhauskonzern wohl nicht nur bei der Miete entgegen, sondern will auch renovieren. Der Karstadt-Pensionsfonds als Vorbesitzer war dazu nicht in der Lage, und ebenso wenig bereit, Karstadt bei der Verkleinerung der Fläche entgegenzukommen.

Geplanter Denkmalschutz bleibt Thema

Für Publity bleibt damit nicht nur die Aufgabe, für rund 30 000 Quadratmeter Bürofläche neue Mieter zu finden. Auch der geplante Denkmalschutz für die Karstadt-Hauptverwaltung bleibt ein Thema. „Es geht nun vor allem um die Frage der Ausgestaltung“, sagte Kufen. Trotz Denkmalschutz müsse wirtschaftliches Handeln weiter möglich sein.

Die Publity AG ist in Essen keine Unbekannte. Das auf Gewerbeimmobilien spezialisierte Unternehmen hatte vor einigen Wochen bereits den benachbarten Bredeneyer Büropark gekauft und will dort rund eine Million Euro in die Modernisierung stecken.

 
 

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