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Karstadt Kaufhof Essen: „Als Botschaft fatal!“ Handelsexperte entsetzt über Entscheidung

Auch die Karstadt-Filiale im Limbecker Platz ist betroffen.
Auch die Karstadt-Filiale im Limbecker Platz ist betroffen.
Foto: imago images/Jürgen Schwarz

Essen. Paukenschlag am Freitagnachmittag: Galeria Karstadt Kaufhof beschließt, dass 62 Filialen geschlossen werden. Darunter auch beide Filialen in Essen sowie Karstadt Sports und deren Hauptverwaltung. Für den Standort Essen, wo auch die Hauptverwaltung des Konzerns sitzt, die Mitarbeiter und viele Essener ein Schock.

Auch Marc Heistermann vom Einzelhandelsverband Ruhr mit Sitz in Essen zeigt sich verwundert über die Maßnahme.

Karstadt Kaufhof schließt in Essen alle Filialen – Handelsexperte zeigt sich verwundert

„Die Entscheidung hat mich sehr verwundert. Dass in Essen alle Filialen dicht gemacht werden, ist als Botschaft fatal!“, sagt er gegenüber DER WESTEN am Montagmittag.

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Über 200 Mitarbeiter sind betroffen, im Limbecker Platz würden 25 Prozent des Einkaufszentrum leer stehen, wenn am 31. Oktober das Rolltor endgültig zum letzten Mal fällt. Dieser Termin ist genannt worden für die Kündigungen, bestätigt Betriebsratsvorsitzender Ulrich Bartel.

Für Marc Heistermann bedeutet das mögliche Aus von Galeria Karstadt Kaufhof zwar nicht das Ende für die Innenstadt Essens. Aber er sieht die Situation dennoch kritisch.

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Es sei unrealistisch, das große Haus mit nur einem Mieter zu belegen

„Es ist eher unrealistisch, dass zum Beispiel das ganze Haus am Willy-Brandt-Platz an einen einzigen Mieter vermietet werden kann. Es wird vielleicht einen Mix aus Einzelhandel und Dienstleistern geben, wie Arztpraxen, Wohnungen etc.“

Beim Thema Vermietung sieht er auch einen möglichen Grund, warum ausgerechnet die Filialen in Essen, aber auch am attraktiven Westenhellweg in Dortmund geschlossen werden. Denn solche Standorte haben „einfach einen gewissen Preis“.

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Galeria Karstadt Kaufhof

  • Galeria Kaufhof und Karstadt sind im Jahr 2019 fusioniert
  • es entstand ein neues Logo und der Name Galeria Karstadt Kaufhof
  • Fusion kostete bereits viele Arbeitsplätze
  • die Corona-Pandemie kostet den Konzern nach eigenen Angaben rund 1,4 Milliarden Euro
  • Essen ist der Stammsitz des Konzerns

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„Vielleicht war die Schmerzgrenze des Vermieters in Essen erreicht. Da wurde bereits letztes Jahr ordentlich Miete gedrückt, als es um die Verlängerung des Vertrages ging“, sagt Heistermann. Möglicherweise spiele das eine Rolle bei der Frage nach den Gründen. Denn Standorte wie Duisburg zum Beispiel seien vermutlich deutlich günstiger.

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Essen als Einkaufsstadt hängt nicht nur an Karstadt Kaufhof

Auch wenn die Entscheidung des Konzerns kaum nachzuvollziehen sei, sehe er die Essener Innenstadt nicht als bedroht an. Denn die City bestehe eben nicht nur aus Karstadt und Galeria Kaufhof, auch wenn diese Warenhäuser viel ausmachen.

„Das Konzept des Warenhauses an sich muss überdacht werden. In Essen gibt es auch noch andere gute Geschäfte wie Appalrath & Cüpper und Sinn Leffers, die für einen vielseitigen Mix sorgen. Die Innenstadt wird sich verändern, dabei ist allerdings immer wichtig, dass eine Vielzahl von Geschäften gegeben ist, keine 'Monokultur'.“ (fb)

 
 

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