Essen

Karstadt Kaufhof: Ehemalige Mitarbeiterin schockiert über Schließung – „Es tut weh...“

Die Filiale in Essen wird geschlossen.
Die Filiale in Essen wird geschlossen.
Foto: imago images/Gottfried Czepluch

Essen. Galeria Karstadt Kaufhof muss 62 von 172 Filialen in Deutschland schließen.

Nun haben die Mitarbeiter am Freitagnachmittag erfahren, welche Häuser es genau trifft. Und der Schock sitzt tief.

In unserem Newsblog erfährst du alle Entwicklungen bei Galeria Karstadt Kaufhof und ob du dich auch in deiner Stadt bald von den Warenhäusern verabschieden musst.

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• Mehr Themen:

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Galeria Karstadt Kaufhof: Beben droht! Hälfte der Filialen vor dem Aus – „Unverantwortlicher Kahlschlag!“

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Montag, 22. Juni

18.16 Uhr: Handelsexperte entsetzt über Schließungen in Essen

Auch Marc Heistermann vom Einzelhandelsverband Ruhr mit Sitz in Essen zeigt sich verwundert über die Maßnahme. „Die Entscheidung hat mich sehr verwundert. Dass in Essen alle Filialen dicht gemacht werden, ist als Botschaft fatal!“, sagt er gegenüber DER WESTEN am Montagmittag. Doch warum sind gerade die beiden Filialen am Hauptstandort dicht gemacht worden? Der Handelsexperte hat dafür eine Erklärung, die du hier lesen kannt.

16.06 Uhr: Termin für endgültige Schließungen steht fest

Der Termin für endgültige Schließungen von Karstadt Kaufhof Filialen in Deutschland und NRW steht wohl fest. Wie Betriebsratvorsitzender aus Essen, Urlich Bartel bestätigte, sei dies der 31. Oktober 2020.

Viele Angestellte sollen in eine Transfergesellschaft wechseln, damit sie nicht arbeitslos werden.

12.58 Uhr: Ex-Mitarbeiterin niedergeschlagen "Es tut weh..."

Nachdem die Bombe der Schließungen geplatzt ist, reagierten die Mitarbeiter betroffen, traurig, bestürzt. Viele Mitarbeiter haben geweint, Auch Geschäftsführer Michael Langer hatte mit den Tränen zu kämpfen, als er die Schocknachricht verkünden musste, berichtet die WAZ.

„Es tut weh mitzuerleben, wie ein so stolzes Unternehmen wie Karstadt kaputtgeht“, sagt eine ehemalige Mitarbeiterin aus der Hauptverwaltung. Den ganzen Artikel liest du hier bei der WAZ (Bezahlinhalt).

9.58 Uhr: Essener Politik will sich zu Schließungen beraten

In Essen schließen beide Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof und auch Karstadt Sports im Limbecker Platz sei betroffen, heißt es aus Medienberichten. Zudem werde in Essen auch die Hauptverwaltung von Karstadt Sports in Bredeney geschlossen. Das bedeutet einen harten Einschnitt in die Essener Einkaufsszene.

Die Politik nimmt sich deswegen des Themas am Mittwoch in einer Ratssitzung an. Oberbürgermeister Thomas Kufen möchte mit den Ratsfraktionen über die angekündigten Schließungen sprechen. Ob die Politiker allerdings etwas dagegen tun können, ist unklar.

Sonntag, 21. Juni

13.22 Uhr: Auch Karstadt-Sport-Filialen machen dicht

Nicht nur zahlreiche Warenhäuser von Galeria Karstadt Kaufhof werden schließen. Auch 20 der 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports sollen dicht machen.

Nach Informationen des „Kölner Stadtanzeigers“ sollen unter anderem die Standorte in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Hamburg und München sowie die Hauptverwaltung von Karstadt Sports in Essen geschlossen werden. Insgesamt seien 700 Arbeitsplätze betroffen.

Samstag, 20. Juni

09.52 Uhr: Limbecker Platz in Essen fürchtet heftige Konsequenzen

Die Schließung zahlreicher Galeria Karstadt Kaufhof-Filialen sorgt nicht nur bei Mitarbeitern für Verzweiflung. Wie groß das Ausmaß der geplanten Schließung ist, zeigen die Sorgen anderer Einzelhändler und Betreibern betroffener Einkaufszentren. Das Beispiel Limbecker Platz in Essen zeigt, wie groß die Unsicherheit ist. Wie groß die Herausforderung sein wird, die Lücke von Galeria Karstadt Kaufhof zu schließen, verrät der Betreiber des Essener Einkaufszentrums hier >>>

Freitag, 19. Juni

18.21 Uhr: Verdi: „Für uns ist keine Strategie darin erkennbar“

Ein Sprecher von Verdi NRW übte scharfe Kritik an den Schließungsplänen. „Für uns ist keine Strategie darin erkennbar, wenn man in Großstädten wie Essen oder Dortmund beide Standorte schließen will.“ Der Gewerkschafter appellierte an Politiker und Vermieter, sich für den Erhalt der Warenhäuser einzusetzen. Sonst drohe eine Verödung der Innenstädte. Verdi werde um jeden Arbeitsplatz kämpfen.

16.45 Uhr: Geschäftsführung erklärt radikalen Schnitt

Die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof bezeichnete die Maßnahmen als unvermeidlich. „Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden“, sagte der GKK-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz. Letztlich gehe es darum, Galeria Karstadt Kaufhof und damit viele Tausend Arbeitsplätze zu sichern. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar bis zu 80 Geschäfte dicht machen wollen.

15.45 Uhr: Das sind alle Filialen, die in NRW geschlossen werden

In NRW werden 18 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof geschlossen.

  • Bielefeld
  • Bonn
  • Brühl
  • Dortmund
  • Dortmund
  • Düsseldorf Schadowstraße
  • Düsseldorf Wehrhahn
  • Essen, Limbecker Platz
  • Essen, Willy-Brandt-Platz
  • Gummersbach
  • Gütersloh
  • Hamm
  • Iserlohn
  • Köln Weiden
  • Leverkusen
  • Mönchengladbach Reydt
  • Neuss
  • Witten

15.10 Uhr: Beide Filialen in Duisburg bleiben erhalten

Während in Essen heftige Bestürzung ausgebrochen sein dürfte unter den Mitarbeitern, ist der Jubel in Duisburg groß. Hier sollen beide Häuser des Konzerns erhalten bleiben.

14.45 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil äußert sich

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat die Beteiligten bei Galeria Karstadt Kaufhof dazu aufgefordert, bei der Sanierung des Unternehmens auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. „Ich erwarte, dass von pauschalen Kürzungsplänen auf dem Rücken der Beschäftigten Abstand genommen wird“, sagte Heil laut einer Mitteilung seines Ministeriums am Freitag.

Zudem sollten Zukunftskonzepte für die von der Schließung bedrohten Filialen entworfen werden. Eigner und Gläubiger seien in der Pflicht, keine „radikalen Abbaupläne“ zu verfolgen, sondern in den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu investieren.

Nun ist allerdings bekanntgegeben worden, welche Filialen von den Schließungen betroffen sind. Vor allem in NRW und im Norden sollen viele Standorte dicht gemacht werden.

14.33 Uhr: Bielefeld und Gütersloh ebenfalls betroffen

In NRW sind neben den beiden Filialen am Stammsitz in Essen auch Häuser in Hamm, Iserlohn, Gütersloh und Bielefeld von den Schließungen betroffen. Das berichtet die WAZ.

14.18 Uhr: Ein Dutzend Filialen in NRW werden geschlossen

In ganz NRW sollen nach ersten Informationen rund zwölf Häuser des Konzerns geschlossen werden, davon fünf im Ruhrgebiet. Beide Filialen in Essen sollen den Kürzungen zum Opfer fallen und auch die Häuser in Dortmund stünden auf der Streich-Liste. Ebenso treffen soll es die Kaufhof-Filiale in Witten und zwei Filialen in Düsseldorf.

14.10 Uhr: In Essen werden beide Filialen geschlossen

In Essen sollen die Filialen am Willy-Brandt-Platz und im Limbecker Platz geschlossen werden. Das sollen die Mitarbeiter laut Medienberichten am Freitagmittag bei einer Betriebsversammlung erfahren haben. Für die Einkaufsstadt ist das ein Schlag ins Gesicht. Rund 200 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Diese Entscheidung ist vor allem deswegen brisant, da der Konzern seinen Stammsitz in Essen hat.

13.58 Uhr: Stunde der Wahrheit schlägt

Um 14 Uhr erfahren die Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof, welche Filialen geschlossen werden. Bisher sind nach übereinstimmenden Medienberichten mehrere Filialen aus Frankfurt und Hamburg betroffen. Auch in Bremerhaven werden Häuser geschlossen.

12.25 Uhr: Bis zu 7500 Stellen fallen weg, auch Karstadt Sports ist betroffen

62 Filialen werden geschlossen, dazu kommen noch 20 Karstadt Sports Filialen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Insgesamt fallen 6000 Vollzeitstellen weg, das betrifft circa 7500 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (auch Teilzeitstellen betroffen). Für sie soll eine Transfergesellschaft gegründet werden. Sie sollen bei einer Kündigung auf Wunsch für mindestens sechs Monate „in eine Transfergesellschaft zur Beschäftigung und Qualifizierung überführt“ werden.

Zusätzlich werden 100 von 130 Reisebüros geschlossen.

„Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt der Standorte und die Zukunft der Beschäftigten kämpfen. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, erklärte Stefanie Nutzenberger, Mitglied des Verdi-Bundesvorstands. Als Erfolg wertete die Gewerkschaft, dass der vom Unternehmen ursprünglich geplante Abbau von zehn Prozent der Stellen in den verbleibenden Filialen vom Tisch sei.

12.05 Uhr: Essener Warenhaus schließt Filiale zum Mittag

Die Filiale am Willy-Brandt-Platz in Essen schließt am Freitag bereits um 13.45 Uhr die Türen. Denn um 14 Uhr erfahren die Angestellten, ob auch das Haus nahe des Hauptbahnhofes geschlossen wird.

Die Filiale im Limbecker Platz bleibt weiterhin geöffnet, dort ist nichts von einer Schließung ab Freitagmittag bekannt.

11.40 Uhr: Schließung sei unvermeidbar

Die Schließung von mehr als einem Drittel der Galeria Karstadt Kaufhof-Filialen ist nach Einschätzung der Unternehmensführung der einzige Weg, um das Unternehmen zu retten. „Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden“, sagte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz am Freitag.

Neben den bereits 62 erwähnten Filialen seien auch zwei Schnäppchencenter betroffen. Mindestens 5000 Stellen fallen durch die Schließungen weg.

10.30 Uhr: Mitarbeiter werden am Nachmittag über Details informiert

Am Freitagnachmittag gegen 14 Uhr will die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof die Mitarbeiter über die genauen Details der Filial-Schließungen informieren. Dann soll auch bekannt gegeben werden, welche Häuser konkret betroffen sind.

Circa zwei Stunden eher sollen die Führungskräfte über die Zukunftsplanung eingeweiht werden.

>>> Galeria Karstadt Kaufhof: Paukenschlag – Bericht: 60 Standorten droht Schließung

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Galeria Karstadt Kaufhof

  • Galeria Kaufhof und Karstadt waren im Jahr 2019 fusioniert
  • es entstand ein neues Logo und der Name Galeria Karstadt Kaufhof
  • Fusion kostete bereits viele Arbeitsplätze
  • die Corona-Pandemie kostet den Konzern nach eigenen Angaben rund 1,4 Milliarden Euro

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Der Handelsriese war durch die pandemiebedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Galeria Karstadt Kaufhof rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Wenn große Warenhäuser gehen, hat das harte Auswirkungen auf Innenstädte

In vielen Kommunen dürfte die Bekanntgabe der Schließungsfilialen mit großer Unruhe erwartet werden. Norbert Portz vom Deutschen Städte- und Gemeindebund warnte schon bei Bekanntwerden der ersten Schließungspläne im Mai vor der Gefahr einer Verödung vieler Innenstädte. „Galeria Karstadt Kaufhof ist nicht irgendwer. Die Warenhäuser sind für viele Innenstädte systemrelevant“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Gerade für viele strukturschwächere Innenstädte sei ein Verlust der Warenhäuser nach seiner Einschätzung kaum auszugleichen. (fb/ak/dpa)

 
 

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