Kaninchen im Container - Tierschützer von Peta setzen 500 Euro Belohnung aus

Werden im Tierheim Essen liebevoll wieder aufgepäppelt: Konrad und Konni.
Werden im Tierheim Essen liebevoll wieder aufgepäppelt: Konrad und Konni.
Foto: Julia Richter / WAZ FotoPool
Für viel Wut und Unverständnis hat der Fund zweier lebendiger Kaninchen-Babys in einem Papiercontainer in Essen gesorgt. Nun setzt die Tierschutzorganisation Peta 500 Euro für Hinweise auf den Tierquäler aus, der die beiden Langohren wie Müll zwischen dreckigen Pappen entsorgt hatte.

Essen. Konrad und Konni sind die kleinen Stars im Tierheim Essen. Die Geschichte der beiden Zwergkaninchen, die Anfang der Woche wie Müll in einem Papiercontainer entsorgt worden waren, ging durch die Medien. Doch von all dem Trubel, der um sie gemacht wird, bekommen die kleinen Langohren nicht viel mit. Drei Tage nach ihrer Rettung schlagen sich die beiden im Tierheim die kleinen Bäuche voll - und erholen sich von ihren Strapazen.

Strapazen, die die Tierschutzsorganisation Peta nicht ungesühnt lassen will. Deshalb hat sie nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ermittlung und Überführung des ehemaligen Halters führen. „Bitte helfen Sie mit, diese herzlose Tat aufzuklären“, ruft Kathrin Eva Schmid von Peta auf. „Der Papiercontainer hätte schnell zur tödlichen Falle für die kleinen Kaninchen werden können - insbesondere vor dem Hintergrund, dass die sensiblen und empfindlichen Tiere sehr hitzeempfindlich sind.“

Verantwortung für Kaninchen falsch eingeschätzt

Dass Kaninchen ausgesetzt werden, komme immer wieder vor. Denn sie würden oft als pflegeleichte, anspruchslose Tiere und „Spielgefährten“ für Kinder angeschafft - ohne die damit einhergehende Verantwortung richtig einzuschätzen. Ähnlich war es vermutlich auch im Fall Konrad und Konni. Warum gerade in den Sommerferien immer wieder Tiere ausgesetzt oder gar im Müll entsorgt werden, statt sie gleich im Tierheim abzugeben, darüber kann Tierheim-Mitarbeiterin Tilly Küsters nur spekulieren: Vielleicht scheuen manche die Abgabekosten, die bei einem Kaninchen zehn Euro betragen würden. Oder sie haben Angst vor der Reaktion der Mitarbeiter, glauben vielleicht, sich rechtfertigen zu müssen.

Rechtliche Folgen könnte dagegen sein herzloses Vorgehen für den Vorbesitzer von Konrad und Konni haben - wenn er denn identifiziert wird. Bei der Polizei und der Stadt Essen liegen bislang aber keine Hinweise vor, Anzeige wurde (noch) nicht erstattet.

Tierquälerei als Straftat

Die Tierschutzorganisation Peta will das ändern. "Das Aussetzen von Tieren stellt eine tierquälerische Handlung und unter Umständen einen Straftatbestand dar", betont sie und macht darauf aufmerksam, dass dies unter Umständen "mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden kann". Zeugen, die Informationen zu diesem Fall beisteuern können oder möglicherweise wissen, woher die Kaninchen stammen, können sich telefonisch unter 0152 - 373 254 00 oder per Mail unter info@peta.de bei Peta melden.

 
 

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