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Kaltblütiger Mord mitten in Essen: Die harte Strafe im Libanesen-Prozess war die richtige Antwort

Der Hauptangeklagte im Essener Libanesen-Prozess Mahmoud M. (links) und Mittäter Khalid M.
Der Hauptangeklagte im Essener Libanesen-Prozess Mahmoud M. (links) und Mittäter Khalid M.
Foto: dpa
  • Mahmoud M. und seine Mittäter führten im April einen brutalen Mord aus
  • Sie fühlten sich offenbar stark genug, ihre Tat in der Öffentlichkeit durchzuziehen
  • Doch der Rechtsstaat hat zurückgeschlagen
  • Ein Kommentar

Essen. Seine Tat war so abgebrüht wie in einem Mafia-Thriller. Im April lauerten Mahmoud M. und seine Mittäter Khalid M. und Mohammad M. dem ahnungslosen Mohammed E. auf. Mit sechs gezielten Schüssen streckten sie den jungen Mann nieder.

Der Vorsitzende Richter Volker Uhlenbrock sprach im Prozess von einer „öffentlichen Exekution“.

Mord sorgte bei Libanesen für Entsetzen

Auch in der libanesischen Gemeinschaft hatte die Tat für Entsetzen gesorgt. Der ermordete Mohammed E., besser bekannt als Moe, war ein freundlicher junger Mann. Während des Prozesses verlor niemand ein böses Wort über ihn. Für die Blutrache von Mahmoud M. hatte niemand Verständnis.

Das alles passierte nicht nachts in irgendwelchen dunklen Hinterhöfen – sondern mitten in der Essener Innenstadt. Zu einer Zeit, in der viele Menschen unterwegs sind. Wenige Hundert Meter vom Einkaufszentrum Limbecker Platz entfernt.

Vor Reaktion des Staates hatten sie offenbar keine Angst

Der Schock saß danach bei vielen Essenern tief. Unbeteiligte Zeugen schilderten die Nacht wie einen bösen Albtraum. Wie ein Mordkommando, das man eher in einem südamerikanischen Drogenkrieg erwarten würde.

Der Anschlag zeigte, dass sich die Männer so stark fühlten, dass sie ihre Tat in aller Öffentlichkeit ausführten. Vor der Reaktion des deutschen Staates hatten sie offenbar keine Angst.

Die Härte des Rechtsstaats ist Realität

Doch da irrten sie sich. Mahmoud M. und seine beiden Mitverschwörer werden für ihre Taten lange büßen. Wenn Mahmoud M. das Gefängnis überhaupt verlässt, wird der Todesschütze ein alter Mann sein.

Diese Urteile sind auch ein Signal. Die Forderung nach der „vollen Härte des Rechtststaats“ ist hier nicht bloß eine abgedroschene Formel von Politikern. Bei diesem Urteil war sie Realität.

Außergewöhnlich hartes Mittel

Richter Volker Uhlenbrock verkündete für den Hauptangeklagten das härteste Urteil. Neben der lebenslänglichen Haft stellte das Gericht auch die besondere Schwere der Schuld fest.

Ein Mittel, das nur in seltenen Fällen angewandt wird. Lebenslänglich kann für Mahmoud M. deshalb wirklich lebenslänglich bedeuten.

Harte Strafe war die richtige Antwort

Die Tat war so außergewöhnlich, dass selbst Richter Uhlenbrock bei seinen Ausführungen ins Stocken geriet. Selbst als der hilflose Mohammed E. schon blutend und halbtot am Boden lag, drehte Mahmoud M. noch einmal um – und verpasste ihm zwei weitere Kugeln.

Die Höchststrafe war deshalb die einzig richtige Strafe.

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