Juristin aus Essen ist gegen Frauenquote und für klare Gehaltsverhandlungen

Janna Cornelißen
Irmgard Diephaus ist Vorsitzende des Vereins "Business and Professional Women Club Essen". Sie ist für Gleichberechtigung, doch eine Frauenquote hält sie für den falschen Ansatz. Foto: Uwe Möller/ WAZ FotoPool
Irmgard Diephaus ist Vorsitzende des Vereins "Business and Professional Women Club Essen". Sie ist für Gleichberechtigung, doch eine Frauenquote hält sie für den falschen Ansatz. Foto: Uwe Möller/ WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Anlässlich des 100. Jubiläums des Weltfrauentags bezieht Irmgard Diephaus, Vorsitzende des Vereins "Business and Professional Women Club Essen", Stellung zum Thema Gleichberechtigung. Sie findet: "In den Köpfen der Frauen muss sich etwas ändern."

Essen. Gestern feierte der internationale Frauentag sein 100-jähriges Bestehen. Das Thema der Gleichberechtigung erhitzt seit vielen Jahren die Gemüter. Irmgard Diephaus, Vorsitzende des Vereins „Business and Professional Women Club Essen“ (BPW) kritisiert das Rollenverständnis der Frauen.

„Frauen haben Investitionen oftmals nicht im Fokus“, so Irmgard Diephaus. Man müsse erst investieren, sei es mit Geld oder Zeit, dann bekommt man auch später etwas zurück, erklärt sie. „Netzwerken bedeutet nicht, dass man sich auf unseren Veranstaltungen ab und an blicken lässt und dann direkt einen Auftrag bekommt“ , so die Vorsitzende mit einem Schmunzeln.

Rückschritte bei der Gleichberechtigung

Die Kommunikationsfähigkeit und Kontaktfreudigkeit von Frauen reiche alleine eben nicht aus. Die Politik macht laut Irmgard Diephaus im Bereich der Gleichberechtigung von Frauen eher Rückschritte als Fortschritte. „Die Politik verbreitet Gedankengut der Generation 40 plus. Die nachfolgende Generation wird aktuell nicht berücksichtigt“, erklärt Irmgard Diephaus. Wenn es nach ihr ginge, würde der Schwerpunkt auf die jüngeren Frauen gelegt werden. „Wir brauchen an den Hochschulen beispielsweise Seminare zu Verhandlungsstrategien“. Frauen hätten noch Probleme, Gehaltsvorstellungen zu äußern.

Selber hat die Juristin keine Probleme gehabt, sich in Führungspositionen zu behaupten. „Ich habe auch in reinen Männerabteilungen gearbeitet und dort hat mir keiner Steine in den Weg gelegt“, so Irmgard Diephaus. Man müsse eben die Regeln des „Spiels“ kennen und nach diesen selber handeln.

Die Frauenquote stößt bei Irmgard Diephaus nicht auf Sympathie. Es sei der völlig falsche Ansatz. „Diese Quote wird im Grundsatz nichts ändern. Wichtig ist, dass sich in den Köpfen der Frauen etwas ändert.“