Junge Syrerin findet 1000 Euro und verzichtet auf Finderlohn

Beamte der Altendorfer Wache brachten der jungen Flüchtlingsfrau aus Syrien am Donnerstag kleine Präsente vorbei, darunter aus Polizeimaskottchen „Socke“ – ein Dankeschön dafür, dass sie eine Geldbörse mit 1000 Euro abgegeben und obendrein auf den gesetzlichen Finderlohn verzichetet hatte.
Beamte der Altendorfer Wache brachten der jungen Flüchtlingsfrau aus Syrien am Donnerstag kleine Präsente vorbei, darunter aus Polizeimaskottchen „Socke“ – ein Dankeschön dafür, dass sie eine Geldbörse mit 1000 Euro abgegeben und obendrein auf den gesetzlichen Finderlohn verzichetet hatte.
Foto: Polizei Essen
Eine Frau, die erst vor wenigen Monaten aus Syrien geflüchtet war, hat in Essen-Altendorf eine Geldbörse gefunden - und verzichtet auf Finderlohn.

Essen. Diese anrührende Meldung verbreitete das Essener Polizeipräsidiums am Donnerstag: Eine junge, aus Syrien geflüchtete Frau findet ein Portemonnaie mit fast 1000 Euro und bringt es zur Polizeiwache. Damit nicht genug: Auf den ihr zustehenden gesetzlichen Finderlohn verzichtet die Dame zur Verwunderung der Beamten.

Aktenkundig wurde dieser ungewöhnliche Fall von „Dankeskultur“ am Dienstagnachmittag. Zusammen mit ihrem Ehemann betrat die Finderin nach Polizeiangaben die Altendorfer Wache. Weil sich die Verständigung zwischen dem Wachhabenden und dem Paar schwierig gestaltete, musste ein Bekannter als Dolmetscher hinzugezogen werden.

Freude und Genugtuung

Mit großer Freude und Genugtuung nahm der diensthabende Beamte sodann zu Protokoll, was die ehrliche Finderin ihm zu berichten hatten. Nun, gefunden habe sie die prall gefüllte Geldbörse samt Ausweispapieren bereits am Tag zuvor auf dem Parkplatz eines nahegelegenen Supermarktes. Bereits am Montagabend habe sie auf eigene Faust vergeblich versucht, den wertvollen Fund direkt bei dem in der Nähe wohnenden Besitzer abzugeben. Die Anschrift des Verlierers hatte sie in der Geldbörse gefunden.

Flüchtlinge in DeutschlandAm Dienstag schließlich marschierte die junge Frau mit dem Portemonnaie und den 1000 Euro zur Altendorfer Wache. In dem Fundbericht vermerkte der Beamte, dass die Finderin, die erst vor einigen Monaten von Syrien nach Deutschland geflüchtet war, „ausdrücklich auf den ihr gesetzlich zustehenden Finderlohn verzichten würde“.

Inzwischen hält der rechtmäßige Besitzer sein Portemonnaie schon wieder in Händen. Als er später von dem Fund erfuhr, eilte er ebenfalls sofort zur Altendorfer Polizeiwache. „Er war glücklich und sicherte seinerseits eine Belohnung zu“, berichtet ein Polizeisprecher. Auch die Beamten der Wache freuten sich über die Ehrlichkeit der jungen Syrerin. Sie besorgten an diesem Donnerstag kleine Präsente und brachte diese der überraschten Finderin vorbei – darunter auch das Polizeimaskottchen „Socke“, das aus Socken der Ordnungshüter – natürlich aus unbenutzten – angefertigt wird. (ni)