Jugendliche für tödlichen Überfall verantwortlich

In Höhe des Schulzentrums in Stoppenberg im Mühlenbruch ereignete sich der brutale Überfall Ende August. Foto: Walter Buchholz
In Höhe des Schulzentrums in Stoppenberg im Mühlenbruch ereignete sich der brutale Überfall Ende August. Foto: Walter Buchholz
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Drei Jugendliche macht die Polizei für einen tödlichen Raubüberfall auf eine 85-Jährige verantwortlich. Ein 15-Jähriger hat mittlerweile ein Geständnis abgelegt. Sein Kumpane (13) hat sich zu Angehörigen auf den Balkan abgesetzt.

Drei Jugendliche macht die Polizei verantwortlich für einen Raubüberfall auf eine 85-Jährige, die an den Folgen der Tat später starb. Der Jüngste war damals erst 13: Ranko R., ein in Essen geborener Serbe, hat sich zu Angehörigen auf dem Balkan abgesetzt. Sein Mittäter Dennis S. (15) hat inzwischen ein Geständnis abgelegt. Jetzt sucht die Polizei noch ein etwa 15-jähriges Mädchen, die auch an einem Betrugsfall an einer Seniorin in Altenessen beteiligt sein könnte.

Der brutale Überfall am 6. August und kurz darauf die Nachricht vom Tod des 85-jährigen Opfers hat in Essen eine breite Diskussion über Gewalt gegen Senioren ausgelöst. Neben einem Schulzentrum in Stoppenberg im Schatten des Welterbes Zollverein hatten Zeugen die schwer verletzte 85-Jährige entdeckt. Sie war zwar ansprechbar, sagte aber immer wieder nur: „Ich bin nicht gefallen - ich will nach Hause - ich will nicht ins Heim.“ Tagelang kämpften die Ärzte um ihr Leben, bevor sie an den Folgen einer Hirnblutung starb.

Weil die Handtasche der Frau fehlte, vermutete die Polizei einen Raub mit Todesfolge und setzte eine Mordkommission ein. Die drehte in Stoppenberg jedes Blatt um, fand auch die Tasche des Opfers, aber keine Hinweise auf die Täter. Kein Wunder, wie die Beamten jetzt wissen: Die Täter kamen aus Steele.

Der entscheidende Tipp für die Mordkommission kam von den Kollegen der Ermittlungsgruppe Jugend, die sich um jugendliche Intensivtäter kümmern. Sie hatten Dennis S. letzte Woche als Zeugen eines Diebstahls vernommen und ihn zum Abschluss routinemäßig den Fahndungsaufruf wegen des tödlichen Raubes gezeigt. Die Reaktion elektrisierte die Beamten: „Der hat das Plakat gesehen und fing an zu weinen“, berichtet Alexander Stang, Chef der Mordkommission.

40 Euro für Drogen

Die letzte Version seines Geständnisses lautet so: Mit der Straßenbahn seien Dennis, Ranko und dessen Freundin zum Stoppenberger Markt gefahren, weil Ranko dort Kokain kaufen wollte. Dort habe Ranko gesagt: „Ich muss erst noch Geld besorgen.“

Auf der Suche nach einem Opfer sei das Trio dann zum Schulzentrum gelaufen, wo sie auf die 85-Jährige stießen. Der Überfall lief schulmäßig ab: Dennis kam von rechts, sprach die Seniorin an und schubste sie zur Seite. Ranko kam vom links, stellte der Strauchelnden ein Bein und schlug ihr den Stock weg. Mit der Handtasche und rund 40 Euro flüchteten die Täter. Dennis sitzt nun in der betreuten Einrichtung „Stop & Go“ in Iserlohn. Für Untersuchungshaft ist er zu jung.

 
 

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