Jürgen Lukat will für die PARTEI Essens Oberbürgermeister werden

Jürgen Lukat tritt 2015 als Oberbürgermeisterkandidat in Essen für die Satirepartei Die PARTEI an.
Jürgen Lukat tritt 2015 als Oberbürgermeisterkandidat in Essen für die Satirepartei Die PARTEI an.
Foto: Christof Koepsel
Die PARTEI hat den 44 Jahre alten Jürgen Lukat als Kandidaten für die Wahl des Essener Oberbürgermeisters im kommenden Jahr nominiert. Mit Klamauk will der Krayer sich im Wahlkampf nicht zufrieden geben. Sein nicht ganz ernst zu nehmendes Ziel: Ein Sieg in der Stichwahl.

Essen.. Ein Wahlplakat zeigt ihn als Napoleon Bonaparte. Ob er größenwahnsinnig geworden sei? Nun, von der Körpergröße her kann es Jürgen Lukat mit dem Kaiser der Franzosen locker aufnehmen, und Profilneurotiker sei auch er. Was soll da also noch schief gehen am 13. September 2015, wenn Essen einen neuen Oberbürgermeister wählt?

Während andere wie die SPD noch nach geeigneten Kandidaten suchen, ist die Partei für Arbeit Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, kurz Die PARTEI, längst fündig geworden: Jürgen Lukat, 44, Krayer von Geburt und aus Leidenschaft, bewirbt sich um das höchste Amt der Stadt. Sein Ziel: Ein Sieg im zweiten Wahlgang, bei der Stichwahl also, gerne gegen Amtsinhaber Reinhard Paß. „Denn dann können wir zwei Mal feiern.“

Das darf man ambitioniert nennen. Bei der Bundestagswahl holte Lukat für die PARTEI 0,7 Prozent. Immerhin: Die für die Kandidatur notwendigen Unterstützungsunterschriften hatte er rasend schnell zusammen. In Kray ist Lukat bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Als Motivationshilfe gab’s Freibier auf dem Krayer Markt. Das hat noch jedem geschmeckt. Na dann, Prost. Für das OB-Amt fühlt sich Jürgen Lukat jedenfalls gerüstet. „Ich habe früher am Ridderweg direkt neben Manni Diehl gewohnt. Eine Hand wäscht die andere - da habe ich viel gelernt.“ Ironische Spitzen mit ernstem Hintergrund wie diese gegen den ehemals mächtigen Betriebsratsvorsitzenden der skandalumwitterten Entsorgungsbetriebe, sind das Markenzeichen der Sartirepartei. Diehls Name tauchte jüngst wieder aus der Versenkung auf, als es um die Besetzung des Vize-Vorsitzendenpostens des EBE-Aufsichtsrats ging.

„Es geht nicht nur um Klamauk“, unterstreicht Lukat. In bester Till-Eulenspiegel-Tradition will er als OB-Kandidat anderen den Spiegel vorhalten. Freibier und flotte Sprüche sind da nur Beiwerk. Das kann man komisch finden oder auch nicht. Bei der Kommunalwahl hat es für einen Sitz im Rat gereicht, wo die PARTEI mit den Piraten eine Fraktionsgemeinschaft bildet und deshalb schon zahlenmäßig ein Faktor ist. Lukat selbst durfte nicht antreten. Er arbeitet bei der Stadt, was eine Kandidatur für den Rat ausschließt, ist Sozialarbeiter bei der Jugendhilfe. Ein Job, bei dem es selten was zu Lachen gibt.

Demokratie PARTEI-Kandidat holte 2004 aus dem Stand 2,4 Prozent

Ob er nicht fürchten müsse, im Falle einer Niederlage in die Poststelle versetzt zu werden? „Ich denke, Herr Paß nimmt das sportlich“, sagt Lukat. Ohnehin sei der amtierende OB ein sehr netter Mann. „Im Stadtgarten hat er sich mit meiner Tochter fotografieren lassen.“

Wer immer auch antritt für die SPD und die anderen etablierten Parteien - sie sollten Jürgen Lukat ernst nehmen. Bei der Wahl 2004 holte sein Parteifreund Matthias Stadtmann als OB-Kandidat aus dem Stand 2,4 Prozent der Stimmen, mehr als der Mitbewerber der FDP. Die Polonaise seines Kompetenzteams durchs Rathaus ist legendär. 2,4 Prozent reichen nicht für den Wahlsieg, aber sie könnten genügen, um anderen die Suppe zu versalzen und eine Stichwahl zu erzwingen. Und dann würden die Karten neu gemischt.

 
 

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