Das sind die schlampigsten Job-Center Deutschlands – auf Platz 3 ist eins aus dem Ruhrgebiet

Foto: imago/Future Image

Die Jobcenter in Deutschland kämpfen mit einer Flut von Widersprüchen gegen Hartz-IV-Bescheide. Bedenklich: Jeder zehnte von über 300.000 Widersprüchen im ersten Halbjahr 2018 war berechtigt.

Einer der Spitzenreiter der schlampigen Arbeitsagenturen: Das Jobcenter Essen!

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Das berichtet die „Bild“. Allein in der ersten Hälfte des Jahres gab es dort 3008 Widersprüche gegen Hartz-IV-Bescheide – und 955 davon mussten wegen „fehlerhafter Rechtsanwendungen“ zurückgenommen werden.

Jobcenter Essen: Ein Drittel aller beanstandeten Hartz-IV-Bescheide fehlerhaft

In einer Bild-Statistik rangiert das Jobcenter Essen mit einer Fehlerquote von 31,7 Prozent bundesweit auf dem dritten Rang – nur im Landkreis Oder-Spree (48,9 Prozent) und in Ingolstadt (39,5) wurden noch mehr fehlerhafte Hartz-IV-Bescheide ausgestellt.

>> Interaktive Karte zeigt: So viele Hartz-IV-Empfänger leben tatsächlich in Essen

„Das Jobcenter Essen hat dies bereits erkannt und bedauert die Fehler“, so Silke Lenz, Sprecherin der Stadt Essen, auf Anfrage von DER WESTEN.

Komplizierte Berechnungen verursachen Fehlerquellen

„Im Spannungsfeld zwischen zeitnaher Bearbeitung und Rechtmäßigkeit der Bewilligung kann es zu Entscheidungen kommen, die fehlerhaft sind. Die Rechtmäßigkeit ist aber immer das oberste Ziel des Handelns im Jobcenter Essen“, so Lenz weiter.

„Das Sozialgesetzbuch II fordert eine am individuellen Bedarf ausgerichtete Leistungsbescheidung: Jede Änderung an den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Leistungsberechtigten macht - teilweise monatliche - Neuberechnungen des Anspruches notwendig und produziert Fehlerquellen“, erklärt die Stadtsprecherin die Komplexität der Vorgänge bei Hartz-IV-Bescheiden.

Stadt Essen fordert Rechtsvereinfachung

Gegen diese komplexen Regeln geht die Stadt bei Land und Bund bereits vor und macht sich schon seit langem für eine Rechtsvereinfachung stark.

Schnelle Maßnahmen gegen die hohe Zahl von Fehlern wurden auch bereits unternommen: „Als Maßnahme, um die notwendigen Fortschritte bei der Bescheid-Erstellung zu erreichen, wurde die Personalsituation im Jobcenter Essen zuletzt bereits deutlich verbessert“, sagt Lenz.

Auf den Plätzen 4 bis 10 landeten übrigens die Jobcenter im Landkreis Spree-Neiße (31,7 Prozent Fehlerquote), Landkreis Eichsfeld (30,8), Kreis Ravensburg (30,4), Landkreis Dessau-Roßlau (29,8), Pforzheim (28,6), Weimar (27,8) und Landkreis Havelland (25,9).

 
 

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