Essen

Essener SPD-Politikerin berichtet von andauerndem Psycho-Terror – sogar Morddrohungen hat sie schon erhalten

Um Janina Herff gibt es viel Wirbel. (Archivbild)
Um Janina Herff gibt es viel Wirbel. (Archivbild)
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Der Fall sorgte vor einigen Wochen für Wirbel: Auf dem Privatgelände der Essener SPD-Ratsfraktions-Frau Janina Herff fanden Polizisten ein totes Pferd. Daraufhin schalteten sich Veterinäramt und die Tierschutzpartei ein, ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz wurde laut. Schnell klärte sich allerdings auf, dass es sich um ein Missverständnis handelte (wir haben berichtet).

Politkerin Janina Herff: Nach dem Vorwurf war noch lange nicht Schluss

Doch damit sollte noch lange nicht Schluss sein. Bei einem Gespräch mit DER WESTEN erzählt Janina Herff, wie es nach diesem Vorfall weiterging.

Die Essenerin erklärt, dass sowohl Polizei als auch das Veterinäramt sie innerhalb von zwei Jahren mehrfach aufgesucht hatten. Es hätte Hinweise gegeben, dass Pferde und Hunde auf ihrem Grundstück nicht gut behandelt würden.

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„Innerhalb der zwei Jahre waren plötzlich Zäune durchgeschnitten, ganze Tore verschwunden, Heunetze waren kaputt und das Heu dazu gleich mit weg. Zudem wurde Wasser abgelassen, was ich erst kurz vorher eingefüllt hatte“, erzählt Herff.

Und dann kam der Vorfall mit dem toten Pferd, das ihrer Nachbarin gehörte und eingeschläfert werden sollte aufgrund einer Krankheit. „Meine Kinder waren an dem Wochenende bei ihrem Vater, deswegen kamen wir mit der Nachbarin überhaupt auf die Idee, die Einschläferung an diesem Wochenende durchzuführen und das Pferd der Nachabrin auf meiner Koppel liegen zu lassen - damit die anderen Tiere sich verabschieden können. Und damit meine Kinder das nicht mitbekommen.“

Hühner und Enten aus Stall verschwunden

Kurz nach dem Tod des Pferdes ist Janina Herff mit ihren Kindern in den Urlaub gefahren. Die anderen Pferde wurden ihrer Aussage nach versorgt, ebenso ein Hund. Die Politikerin hat auf ihrem Grundstück außerdem noch Hühner und Enten. Diese wurden von der Stieftochter der SPD-Frau versorgt.

„Plötzlich bekam ich im Urlaub einen Anruf, dass meine Enten und Hühner weg sind. Und sie sind bis heute nicht wieder aufgetaucht.“ Außerdem habe ihre Stieftochter bemerkt, dass das Futter und Wasser, das die Tiere bekamen, bereits am nächsten Tag wieder weg war.

„Die Hühner und die Enten hätten gar nicht so viel fressen können, wie meine Stieftochter gefüttert hat. Mehr als zehn Kilo wurden in wenigen Tagen verfüttert.“ Kurz danach ist ein Video auf der Facebook-Seite von Sandra Lück, Vorsitzende der Tierschutzpartei NRW aufgetaucht.

Dort ist zu sehen, wie Menschen den Hühnerstall betreten. Mit unverhohlenem Sarkasmus beginnt der Beitrag mit den Worten: „Tja. Da sind uns doch gestern 5 Hühner und 2 Enten bei der Notversorgung entfleucht. Echt ärgerlich!!“ Desweiteren werden die Zustände in dem Hühnerstall angeprangert und das angebliche Versagen des Veterinäramtes sowie der Stadt Essen.

Eine Kommentatorin ist sich zudem ziemlich sicher, „dass der Fuchs sie nicht holen wird.“

Tierschutzpartei war fünf Mal in dem Stall, um nach Tieren zu sehen

Sandra Lück von der Tierschutzpartei NRW bestätigt, dass Mitarbeiter der Partei in der Abwesenheit von Janina Herff fünf Mal am Hühnerstall waren, um die Tiere zu versorgen.

„Der Zustand des Stalls war wie in dem Facebook-Post beschrieben: stark verschmutzt, aufgrund der Außentemperaturen ein beißender Geruch, knöchelhoch Einstreu, jedoch voller Exkremente, stark verschmutzte, leere Futterschüsseln, voller Spinnweben“, äußert sich Lück auf Nachfrage von DER WESTEN.

Der Stall sei frei zugänglich. Die Partei habe das Veterinäramt über die Haltung der Tiere informiert, da der Partei zugetragen wurde, „dass die Tiere nur noch in diesem Verschlag eingesperrt sind, da es Ärger mit den Nachbarn gegeben hätte.“ Doch das Amt habe nicht reagiert.

Hühner haben kaum Überlebenschance in freier Wildbahn

Janina Herff und ihr Essener Anwalt Frank Roeser denken, dass vieles dagegen spricht, dass die Hühner und Enten einfach abgehauen sind. Sie könnten in der freien Wildbahn gar nicht überleben, seien viel zu bezogen auf Menschen. Sie vermuten, dass die Tiere weggebracht wurden und nun irgendwo anders gehalten werden.

Sandra Lück bestätigt, dass die Tiere „zum Schutz vor Füchsen in ein neues Heim 'geflüchtet' sind, in dem sie täglich artgerechtes Futter sowie Wasser erhalten.“

Herff und Anwalt wollen Personen nicht öffentlich nennen

Janina Herff und ihr Anwalt haben einen Verdacht, wer hinter dem allem steckt, wollen diesen aber nicht öffentlich nennen.

„Wir haben gegen die Personen bereits einstweilige Verfügungen erwirkt und sämtliche Anschuldigungen gegen meine Mandantin bewahrheiteten sich bisher nicht“, so Roeser.

Es gab bereits Morddrohungen

Für ihn steckt hinter all den Vorwürfen viel mehr.

Es hatte neben den Vorwürfen wegen Tierquälerei auch Vorwürfe wegen Kindeswohlgefährdung gegeben. Bei der Polizei war ein Mitarbeiter der Tierschutzpartei erschienen, der diese Anschuldigungen kund tat. Die Polizei überprüfte den Fall und kam zu dem Ergebnis, dass die Vorwürfe nicht zutreffen. nachdem das Mitglied der Tierschutzpartei darüber informiert wurde, reagierte er lauf einem Polizeibericht sinngemäß so: „In dem Telefonat äußerte der Zeuge sinngemäß, dass er die Geschädigte nun auf anderem Wege, gemeint sind hier wohl die eingeleiteten Verfahren über das Veterinäramt, 'auseinandernehmen' würde“, berichtet die Polizei in einem Bericht vom 4. April 2018.

Im Internet hat es laut Rechtsanwalt Roeser bereits Morddrohungen gegen Janina Herff gegeben. Die entsprechenden Facebook-Kommentare wurden mittlerweile seitens der Tierschutzpartei editiert. (fb)

 
 

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