IT-Gipfel - Essener Firmen erhoffen sich mehr Bekanntheit

Atos-Sprecher Stefan Pieper in der Lobby des Essener Firmensitzes. Die IT-Ausstattung der Olympischen Spiele ist ein Aushängeschild
Atos-Sprecher Stefan Pieper in der Lobby des Essener Firmensitzes. Die IT-Ausstattung der Olympischen Spiele ist ein Aushängeschild
Foto: WAZ FotoPool
Kommende Woche findet im Thyssen-Krupp-Quartier der nationale IT-Gipfel statt. Branchengrößen kommen ins Ruhrgebiet und auch Bundeskanzlerin Merkel. Die regionalen Firmen sehen darin eine große Chance, für den Standort mehr zu werben. Der der tut sich manchesmal schwer.

Essen. Das Thyssen-Krupp-Quartier wird Anfang nächster Woche zum Treffpunkt der nationalen IT-Branche und der Politik. Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt am Dienstag zum IT-Gipfel nach Essen und mit ihr das halbe Kabinett: Wirtschaftsminister Rösler, Innenminister Friedrich, Bildungsministerin Schavan und Justizministern Leutheusser-Schnarrenberger.

Auch die deutsche IT-Wirtschaft ist mit dem Who-is-Who vertreten. Unter anderem sind Telekom-Chef René Obermann, der Chef der Software AG, Karl-Heinz Streibich, und die Geschäftsführerin von IBM Deutschland, Martina Koederitz, dabei.

IT-Standort Essen bekannt machen

Die Essener IT-Branche bleibt zwar bis auf wenige Ausnahmen Zaungast, und dennoch legen die ansässigen Unternehmen große Hoffnung in den Gipfel, der bereits zum siebten Mal stattfindet - das erste Mal aber im Ruhrgebiet. Sie glauben, dass der größte nationale Branchentreff den IT-Standort Essen bekannter machen kann.

Denn daran mangelt es bisweilen. „Es wird ziemlich unterschätzt, was es in Essen alles gibt“, sagt Martin Stein, Sprecher von Bitmarck - einem der größten IT-Unternehmen in der Stadt. Essen müsse in der Vermarktung viel deutlicher machen, was die IT-Branche hier zu bieten habe.

Bitmarck beispielsweise ist IT-Dienstleister für Krankenkassen und mit 770 Mitarbeitern ein größerer Arbeitgeber in der Stadt als Essens größter Industriebetrieb Trimet.

Über 11.000 Arbeitsplätze

Dennoch wird die IT-Branche von der Stadt-Politikern gern als Beispiel für den Strukturwandel herangezogen. Ende 2011 arbeiteten knapp 11.100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Essen in der Informations- und Kommunikationstechnologie - ein Anteil von rund fünf Prozent.

Damit ist die Branche größer als der Energiesektor in der Stadt. Allerdings ist der IT-Bereich in den vergangenen fünf Jahren auf die Mitarbeiterzahlen bezogen kaum gewachsen.

Fachkräfte machen sind rar

Wie die gesamte Branche klagen auch die Essener Unternehmen über Fachkräftemangel. Der IT-Dienstleister Atos hat bundesweit 400 freie Stellen, davon überproportional viele im Ruhrgebiet.

„Wir müssen unsere Experten für Projekte in Essen aus München anreisen lassen“, sagte Katrin James, Mitglied der Atos-Geschäftsführung. Bitmarck bestätigt: Am Standort Essen sei es vergleichsweise schwer, Fachkräfte zu finden.

Uni bietet Potential

Potenzial ist da: An der Uni jedenfalls geht die Zahl der IT-Studenten nach oben, so Professor Klaus Echtle vom Institut für Informatik und Wirtschaftsinformatik. Dieses Jahr hätten sich 155 Studenten neu für Informatik, 454 in Wirtschaftsinformatik eingeschrieben.

Wenn sie fertig studiert haben, dürften sie sich aussuchen können, wo sie arbeiten wollen. „Unsere Absolventen erhalten typischerweise mehrere adäquate Stellenangebote“, so Echtle.