Islam-Kommission will Steeler Problem-Moschee aufnehmen

Das Innere der geschlossenen Uthman-Moschee in Steele: Der Gebetsraum ist weitgehend fertiggestellt, der Rest hingegen gleicht einer Baustelle.
Das Innere der geschlossenen Uthman-Moschee in Steele: Der Gebetsraum ist weitgehend fertiggestellt, der Rest hingegen gleicht einer Baustelle.
Foto: GN
  • Uthman-Gemeinde ist wegen der umstrittenen Einladung des belgischen Hasspredigers ins Gerede gekommen
  • Kommissions-Chef Muhammet Balaban: „Gemeinde muss sich zur deutschen Verfassung bekennen.“
  • Gemeinde-Vorstand hält sich an Nutzungsverbot: „Bei uns wird nicht gebetet“.

Essen. Nach der Schließung der Problem-Moschee auf der Bochumer Landstraße 122b sieht die Stadtverwaltung jetzt die islamische Uthman-Gemeinde am Zuge. „Sie muss zusehen, dass die Bauvorschriften strikt eingehalten werden“, betont Stadtsprecherin Silke Lenz. Erst dann könne eine ordnungsgemäße Bauabnahme erfolgen.

Die von der Stadt erlassene Ordnungsverfügung, die der Uthman-Gemeinde seit vergangenen Donnerstag jegliche religiösen Veranstaltungen sowie Gebete untersagt, hat die Gläubigen hart getroffen. „Wir beten in unserer Moschee nicht mehr“, sagt Faisal Elouariachi, der stellvertretende Vorsitzende.

Die Uthman-Moschee war in der vergangenen Woche in die Schlagzeilen geraten, weil sich der umstrittene belgische Imam Tarik Ibn Ali in Steele als Prediger angekündigt hatte – übrigens schon zum zweiten Mal nach 2013. Dem Mann aus Antwerpen eilt der Ruf voraus, ein Hassprediger zu sein und sogar einen der Paris-Attentäter vom vergangenen November radikalisiert zu haben. Als Oberbürgermeister Thomas Kufen der Gemeinde unmissverständlich zu verstehen gab, dass der Hassprediger in Essen unerwünscht sei, lud sie den Islamisten wieder aus und erteilte ihm Hausverbot. „Die Gemeinde muss jetzt beweisen, dass sie sich als Teil unserer freiheitlichen Gesellschaft versteht und in guter Nachbarschaft leben will“, erklärt die Stadtsprecherin.

Nach Auskunft von Muhammet Balaban, dem Vorsitzenden der Kommission Islam und Moscheen in Essen (KIM-E), soll das von marokkanischen Einwanderern geprägte Islamische Uthman-Zentrum schon bald Mitglied des Dachverbandes werden. Zurzeit gehören der KIM-E 22 Moscheevereine dieser Stadt an. „Die Aufnahme in die Kommission setzt allerdings voraus, dass sich die Uthman-Gemeinde zu den Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und zu den Werten der deutschen Verfassung bekennt“, sagte Balaban dieser Zeitung.

In der kommenden Woche will der Islam-Funktionär im Rathaus eine Gesprächsrunde bei Dezernent Andreas Bomheuer initiieren, an der auch die Uthman-Architekten teilnehmen sollen.

 
 

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