Investoren klopfen bei der „Oase“ an

Marcus Schymiczek
Rundgang durch das trockene Freizeitbad Oase: Kurt Uhlendahl (li) und Georg Schwiderski von den Bäderbetrieben. Foto: Arnold Rennemeyer
Rundgang durch das trockene Freizeitbad Oase: Kurt Uhlendahl (li) und Georg Schwiderski von den Bäderbetrieben. Foto: Arnold Rennemeyer
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Sieben Monate nach der Schließung des Bades in Frohnhausen gibt es erste Gespräche mit Interessenten. Die Stadt klopft nun ab, wie ernst sie es meinen.

Sind es mehr als nur Blütenträume für die „Oase“? Fast sieben Monate ist es nun schon her, dass die Stadt das ehemalige Spaßbad an der Nöggerathstraße in Frohnhausen trocken gelegt hat. Und noch ist niemandem in der Verwaltung die zündende Idee gekommen, was mit dem rund 18.000 Quadratmeter großen Grundstück denn geschehen soll. Interessenten oder Investoren sind willkommen. Und so gewährten die Sport- und Bäderbetriebe dieser Tage einem Vertreter der Firma „s.a.b.“ nur allzu bereitwillig Zutritt in das einstige Vorzeigebad.

Das Unternehmen aus Friedrichshafen am Bodensee wirbt mit dem Slogan „No risk, just swim“ und verspricht eine „risikofreie Partnerschaft für Kommunen“.

„s.a.b.“ ist augenscheinlich auf PPP-Modelle spezialisiert, auf die Partnerschaft mit der öffentlichen Hand. Zu den Projekten, die das Unternehmen als Referenz angibt, zählt die Sanierung und Erweiterung eines ehemaligen Frei- und Hallenbades für nicht weniger als 20 Millionen Euro in Siegburg. Die dortige Stadtentwicklungsgesellschaft ist voll des Lobes über den Partner aus der Privatwirtschaft. „Zu vollster Zufriedenheit“ habe dieser sämtliche Absprachen erfüllt, so ein Sprecher.

Oase als „orientalisches Bad“?

Die Sport- und Bäderbetriebe sind da lieber zurückhaltend. „s.a.b“ soll nun ein Nutzungskonzept vorlegen und einen „letter of intent“, eine schriftliche Absichtserklärung.Noch einmal will die Stadt nicht Schiffbruch erleiden mit einem PPP-Modell in der „Oase“. Schon vergessen? Vor zehn Jahren tauchte aus dem Nichts ein Investor namens Trenks auf. Der machte mächtig die Welle, schien über Wasser gehen zu können, entpuppte sich aber dann doch als unseriöser Hallodri - und tauchte ab. Zu dumm: 870.000 Euro hatte die Stadt dem vermeintlichen Heilsbringer überwiesen. Auch wenn das ein oder andere Stück aus dem „Oase“-Inventar noch gerettet werden konnte - mindestens eine halbe Million Euro hatten die Sport- und Bäderbetriebe in ihrem Spaßbad versenkt.

Das war nicht zum Lachen und darf sich nicht wiederholen. Deshalb machte Abteilungsleiter Kurt Uhlendahl dem Interessenten vom Bodensee bei seinem Besuch in Frohnhausen eines gleich unmissverständlich klar: „Von der Stadt gibt es keinen Euro.“

Gleiches habe übrigens jene Unternehmensberaterin zu hören bekommen, die ebenfalls bei den Sport- und Bäderbetrieben vorstellig wurde und sich vorstellen kann, dass aus der „Oase“ ein orientalisches Bad werden könnte. Der Standort wäre gut gewählt, entsteht doch ganz in der Nähe in einem ehemaligen Schuhlage eine Moschee mit Europas größtem Betraum. Die Ernsthaftigkeit und Realisierungschance auch dieser der Anfrage will Uhlendahl nicht bewerten. Abwarten, bis der Dampf sich lichtet.

Sonst muss alles raus

Sollten die Blütenträume platzen, geht’s der „Oase“ zum Jahresende ans Eingemachte. Ganz nach dem Schlussverkaufs-Motto „Alles muss raus“ wird dann rausgeschafft, was sich noch irgendwie verwenden lässt an Technik und Inventar. Die großen Schachfiguren zum Beispiel. Es wäre der letzte Zug: matt!