„Inspiration Japan“ – Folkwang Museum schaut nach Fernost

Martina Schürmann
Das Museum Folkwang zeigt ab Herbst die Ausstellung „Inspiration Japan“.
Das Museum Folkwang zeigt ab Herbst die Ausstellung „Inspiration Japan“.
Foto: WAZ FotoPool
Die Ausstellung „Monet, Gauguin, van Gogh . . . Inspiration Japan“ im Folkwang Museum in Essen zeigt ab Herbst Meisterwerke von Monet bis Gauguin und wertvolle Kunstobjekte der Osthaus-Sammlung. Zuvor gibt es bereits einen ersten Ausblick auf einige exotischen Exponate.

Essen. Am Anfang stand „Das schönste Museum der Welt“. Die spektakuläre Folkwang-Schau war gewissermaßen Initialzündung für ein Ausstellungs-Projekt, das das Kunstereignis des Herbstes werden soll. Mit „Monet, Gauguin, van Gogh . . . Inspiration Japan“ blickt das Museum Folkwang nach Fernost und gleichzeitig auf die eigene Geschichte.

Wie schon beim „schönsten Museum der Welt“ rückt die fabelhafte Osthaus-Sammlung wieder in den Mittelpunkt und diesmal vor allem die Kunstobjekte, die der Hagener Sammler damals aus fernstöstlichen Provenienzen erworben hat. Teeschalen, Holzschnitte und Masken, die lange nicht oder noch nie zu sehen waren, bilden zusammen mit den von japanischer Kunst inspirierten Meisterwerken von Monet bis Gauguin den vielseitigen Reiz der Ausstellung.

Exotische Exponate als Vorgeschmack

Als Vorgeschmack auf die von Eon gesponserte Sonderschau werden wir in den nächsten Wochen einige dieser exotischen Exponate vorstellen. Keramiken für die Teezeremonie, seidig-vergoldete No-Gewänder oder die filigran geschnitzten Schmuckstücke namens Netsuke, mit denen japanische Damen einst ihren Kimono zierten.

Es gibt viel zu erzählen über diese fernöstlichen Schätze, von denen sich nicht nur Karl-Ernst Osthaus bezaubern ließ. Die Faszination für die japanische Kunst ist im ausgehenden 19. Jahrhundert groß und sie beeinflusst die großen Meister von Manet bis Degas. Van Gogh legt sich eine bedeutende Sammlung japanischer Drucke zu, Monet lebt seine Leidenschaft für japanische Botanik in seinem Garten mit Seerosenteich aus.

Selbst in der Mode macht Japan Staat. „Wer ,in’ sein wollte, musst sich japanisch einrichten“, erklärt Kuratorin Sandra Gianfreda. Wie das Fremde Einfluss nimmt auf die Entwicklung der europäischen Moderne, wie Motive aufgenommen werden, Stilmittel variiert und die Bildsprache des japanischen Holzschnitts verinnerlicht werden, das ist das Thema der Schau, die dem sogenannten „Japonisme“ nachspürt. Für Gianfreda ist die Ausstellung erst Auftakt einer Beschäftigung mit der Rezeption japanischer Kunst, denn das Thema biete viele Facetten. „Es gibt so viele Japonismen wie es Künstler gibt.“

Auch innerhalb der eigenen Sammlung hat man Entdeckungen gemacht, manche Herkunft konnte erst jetzt durch Recherchen geklärt werden. Etliche Stücke wurden für die Ausstellung restauriert und neu begutachtet. Manches, so Gianfreda, sei seit der Übernahme der Sammlung aus Hagen vor über 100 Jahren nicht so gründlich inspiziert worden. Und vieles wird man so schnell nicht wieder sehen. Die letzte Japan-Schau in Essen liegt immerhin 20 Jahre zurück.