Initiative gegen wilden Automarkt will Stadtdirektor Best „besuchen“

Die Mitglieder der Bürgerinitiative bei der Übergabe von Protest-Unterschriften an Oberbürgermeister Reinhard Pass (2012).
Die Mitglieder der Bürgerinitiative bei der Übergabe von Protest-Unterschriften an Oberbürgermeister Reinhard Pass (2012).
Foto: WAZ FotoPool
Weil Stadtdirektor Hans-Jürgen Best der Einladung der Initiative gegen den wilden Automarkt bereits mehrmals nicht gefolgt ist, wollen die Anwohner jetzt zu ihm kommen.

Essen-Vogelheim. „Wenn der Stadtdirektor trotz mehrfacher Einladung nicht zu uns kommt, dann müssen wir ihn eben demnächst besuchen.“ So reagieren die Mitstreiter der „Bigwam“ (Bürgerinitiative gegen den wilden Automarkt). Für gestern Abend hatten sie zu einem Bürgertreff in das Kulturzentrum Kreuzer der evangelischen Gemeinde Borbeck/Vogelheim eingeladen. Auch Stadtdirektor Hans-Jürgen Best, zu dessen Arbeitsbereich auch die Stadtplanung gehört, sollte dort den unter dem wilden Autohandel leidenden Bewohnern des Essener Nordens Fragen beantworten.

„Rüde informiert“

Aber Hans-Jürgen Best saß gestern Abend nicht auf dem Podium im Haus an der Friedrich-Lange-Straße 3. „Mein Co-Sprecher Uwe Splitt wurde von seinem Büroleiter, Herrn Scheffler, in einer sehr rüden und despektierlichen Art und Weise darüber informiert“, teilte Klaus Barkhofen, ebenfalls Sprecher der „Bigwam“, mit. „Die Bürgerinitiative wird demnach im Umkehrschluss Herrn Best besuchen“, lautet jetzt die Ansage.

Am 21. November ist die Ausschusssitzung zur Stadtplanung. „Wir werden mit einem großen Teilnehmerkreis diese Sitzung besuchen und dort genau zuhören. Davor gibt es voraussichtlich einen Spaziergang der Bürger des Essener Nordens vom Deutschlandhaus zum Rathaus. Start ist um 14 Uhr“, kündigt Barkhofen an.

Die Mitstreiter der Bürgerinitiative wollen mit „unserer Anwesenheit eindringlich auf die Missstände auf dem wilden Automarkt und die Passivität und ignorante Haltung der Verwaltung, der Politik und des Beigeordneten aufmerksam machen. Unser Thema ist übrigens nicht auf der Tagesordnung.“ Die „Bigwam“-Sprecher weiter: „Wir wollen endlich von der Verwaltung ernstgenommen werden.“ Darum sollten möglichst viele Anwohner betroffener Straßen nächste Woche im Rathaus erscheinen.

„Wir brauchen keine Ansiedlung von automobilnahen Betrieben im Essener Norden mehr“, fordert die Initiative weiter. „Dass wir genug autobezogene Betriebe haben“, können Bewohner und Interessierte ab heute in einem speziellen Stadtplan des Essener Nordens online sehen (www.bigwam.org).

Im vorigen Jahr hatte Oberbürgermeister Reinhard Paß 500 Unterschriften der Bürgerinitiative gegen einen Hotelbetrieb für Autohändler an der Bottroper Straße entgegengenommen.

 
 

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