In Essen fallen 800 Bäume zwischen Gruga und Annental

Forstwirt Thomas Hübscher erläutert die Baumaßnahmen und Baumfällungen am Gruga-Radweg in Essen.
Forstwirt Thomas Hübscher erläutert die Baumaßnahmen und Baumfällungen am Gruga-Radweg in Essen.
Foto: WAZ FotoPool
Entlang des Gruga-Radweges müssen Hunderte „Gefahrenbäume“ weichen, weil ihre Wurzeln in dem losen Boden nicht stabil sind. Auch entlang der ehemaligen Rheinischen Bahn müssen bis zu 200 Bäume gefällt werden, weil sie als nicht standsicher gelten.

Essen.. Im Volksmund wird der Radweg vom Annental nach Mülheim gerne auch „Radler-Autobahn“ genannt. Einen Holzeinschlag, wie ihn Spaziergänger und Fahrradfahrer derzeit an der Strecke erleben, erinnert tatsächlich an großflächige Pflegemaßnahmen, wie sie entlang von Bundesfernstraßen üblich sind.

"Die Bäume stehen nicht so stabil wie auf natürlichen Waldböden"

800 Bäume müssen zwischen Gruga und Annental weichen. Warum? Bei dem Rad- und Wanderweg handelt es sich bekanntlich um eine ehemalige Bahntrasse. Der Boden wurde einst aufgeschüttet. Robinien, Birken und Hainbuchen haben entlang der Trasse Wurzeln geschlagen, ihre flachen Wurzeln finden im losen Untergrund zwar halt, doch die Bäume stehen nicht so stabil wie auf natürlichen Waldböden, erläutert Forstwirt Thomas Hübscher, der die Arbeiten als Sachverständiger begleitet. Dass die Deutsche Bahn die Gehölze über Jahrzehnte hat wachsen lassen, mache eine „waldähnliche Durchforstung“ um so notwendiger.

„Die Sicherheit geht vor“

Ein Phänomen, dass sich übrigens nicht nur auf den Gruga-Radweg beschränkt. Auch entlang der ehemaligen Rheinischen Bahn müssen bis zu 200 Bäume weichen, weil sie als nicht standsicher gelten. Als so genannte Gefahrenbäume dürfen sie auch nach Beginn der Schutzzeit am 1. März gefällt werden. „Die Sicherheit geht vor“, betont Hübscher. Zurück zum Gruga-Radweg: Zur Wahrheit gehört auch, dass der Stromversorger RWE hier ein Starkstromkabel erneuert. Das Kabel verbindet die Umspannanlagen in Holsterhausen und Rüttenscheid, verlegt wurde es in den 50er Jahren, weil es Öl und Blei enthält, müsse es ausgebaut werden. Bei den Bauarbeiten sei der Boden leider stellenweise zu nah an den Bäumen ausgeschachtet worden, so dass die Wurzeln beschädigt wurden, berichtet Thomas Hübscher. „Das Vierfache des Stammumfangs in ein Meter Höhe ist einzuhalten. Das ist leider nicht geschehen.“ Die Bäume müssten deshalb gefällt werden. Allein auf der Kabeltrasse müssen 200 Stämme weichen.

500 bis 700 Sträucher werden bis Ostern gepflanzt

Die Kosten trägt das RWE, betont Hübscher ohne Zahlen zu nennen. Auch für Ersatz kommt der Energieversorger auf. 500 bis 700 Sträucher werden bis Ostern entlang des Radweges gepflanzt und „einzelne Stämme“. Forstwirt Thomas Hübscher spricht von einer ökologischen Verbesserung. Mit dem Holzeinschlag soll es das gewesen sein. In Zukunft, verspricht Hübscher, sollen entlang der Radler-Autobahn allenfalls noch einzelne Bäume gefällt werden.

 
 

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