„In der Sache richtig verhalten“„Leider kein Märchen“

Wenn das Gespräch so verlaufen ist, wie es der Kunde schildert, ist die Kommunikation nicht in unserem Sinne einer kundenorientierten Kundenansprache verlaufen. Das bedauern wir. Ebenso bedauern wir den Ausgang des Gesprächs und den Verlauf des Weihnachtstages für die beiden Fahrgäste. Leider kann ich den Fahrer jetzt in der Weihnachtszeit nicht erreichen, um fairerweise seine Wahrnehmung des Dialogs zu erfragen.

In der Sache hat der Kollege korrekt gehandelt und dem Fahrgast die Alternative mit der Quittung gemäß der öffentlich kommunizierten und im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr geltenden Beförderungsbedingungen angeboten. Dort heißt es: Das Personal ist nicht verpflichtet, Geldscheine über zehn Euro zu wechseln oder erheblich beschädigte Geldscheine und Münzen anzunehmen.

Wenn das Personal Geldscheine über zehn Euro nicht wechseln kann, wird es dem Fahrgast eine Quittung über den ausstehenden Betrag ausstellen. Der Fahrgast kann das Wechselgeld dann – unter Vorlage der Quittung – bei der Verwaltung des jeweiligen Verkehrsunternehmens abholen. Ist der Fahrgast mit dieser Regelung nicht einverstanden, kann er die Fahrt nicht antreten bzw. muss sie abbrechen.

Übrigens ist dies ein in ganz Deutschland übliches Vorgehen. Hintergrund ist, dass alle Verkehrsunternehmen aus Sicherheitsgründen vermeiden wollen, dass die Fahrer größere Geldbeträge auf den Fahrzeugen mitführen müssen.

Als Tipp für die nächste Fahrt mit der Evag, die durchaus unabhängig von der eigenen Bargeld-Verfügbarkeit glücken kann, empfehlen wir das Handy-Ticket: www.evag.de/tickets/handyticket.

Am Ersten Weihnachtsfeiertag beschlossen meine Frau und ich, dass wir trotz Regens einen Spaziergang von Hattingen-Niederwenigern nach Burgaltendorf machen wollten, um anschließend mit einem Bus der Evag ab Burgaltendorf zu Freunden zu fahren. Bewaffnet mit Regenschirmen, kleinen Geschenken und einem 50-Euro Schein machten wir uns auf den Weg. An der Bushaltestelle Burgruine in Burgaltendorf – nach 60 Minuten Wanderung – angekommen, wollten wir mit dem Bus 166 um 13.47 Uhr weiterfahren. Wir hatten Glück, der Bus fuhr in wenigen Minuten. Wir stiegen ordnungsgemäß vorne ein, wünschten dem grimmigen Busfahrer „Frohe Weihnachten“ und wollten trotzdem gut gelaunt eine Vierfahrtenkarte erwerben. Der Busfahrer sagte „Nein, das geht nicht, ich nehme keinen 50-Euro-Schein an“. Ich fragte: „Warum nicht?“ Er zuckte nur mit den Schultern, weil er wahrscheinlich nicht wechseln konnte, so meine Vermutung. Eine Begründung gab er nicht ab. Ich fragte: „Wo steht denn, dass Sie keine 50 Euro-Scheine annehmen?“. Antwort des Fahrers: „Das ist so!“. Meine Frage: „Dürfen wir jetzt nicht mitfahren?“ Antwort: „Nein, ich gebe ihnen aber eine Quittung über die 50 Euro“, so der Fahrer. „Sie können sich dann das Wechselgeld in den nächsten Wochen bei der EVAG abholen.“ Ich antwortete: „Wir können aber doch nicht ganz ohne Geld durch die Gegend fahren. Ich gebe Ihnen meine Adresse“, so war mein konstruktiver Vorschlag. Barsche Antwort des Fahrers: „Nein, bitte steigen sie aus. Ich nehme Sie nicht mit!“. Ich schimpfte, der Busfahrer schimpfte und verwies uns zurück in den Regen. Mein Vorsatz für 2015: „Ich fahre nicht mehr mit der Evag.“

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