Essen

In der Nacht tanzt sie Gogo - am Tag ist sie Buchhalterin. Zora aus Essen liebt ihr Doppelleben

Bei einem Harley Davidson Meeting spuckt Zora eine Feuerfontäne auf der Bühne.
Bei einem Harley Davidson Meeting spuckt Zora eine Feuerfontäne auf der Bühne.
Foto: Zora Highlights

Essen. Wenn sie sich bewegt, kommst du in Wallung: Gogo-Tänzerin und Performance-Künstlerin Zora animiert das feiernde Partyvolk im ganzen Ruhrgebiet.

Ob sie nun Feuer spuckt, auf der Box tanzt oder Akrobatik an der Stange zeigt - die 29-Jährige liebt ihren Job. Zumindest nachts. Am Tag arbeitet sie als Industriekauffrau in der Buchhaltung.

Jeder weiß Bescheid über Zoras Doppelleben

Der Spagat zwischen den zwei Leben fällt Zora leicht. "Ich rede offen darüber, warum sollte ich einen so wichtigen Teil von mir verstecken?". Auch ihre Chefin weiß Bescheid, hat keine Probleme mit dem Zweitjob. Solange der Hauptberuf nicht darunter leidet. Ihre Mutter macht sogar die Buchhaltung für die selbstständige Tänzerin.

"Mein Umfeld hat da keine Probleme mit. Und die 'Freunde', die eins damit hatten, sind auch keine wahren Freunde gewesen und nicht mehr in meinem Leben", erzählt Zora. Sie möchte dennoch nur unter ihrem Künstlernamen genannt werden, es soll nichts unnötig provoziert werden.

Angefangen hat alles im 360 Grad in Bochum

Getanzt hat die junge Frau schon immer, als Zwölfjährige war sie im Musical "Joseph" im Essener Collosseum zu sehen. Angefangen hat Zora ihre Karriere als Gogo im 360° in Bochum. In der Großraumdiskothek am Ruhrpark hatte sie ihren ersten Auftritt, wurde ins kalte Wasser geworfen.

"Plötzlich stand ich auf der Bühne und sollte tanzen. Ja, das habe ich dann einfach getan. Mein Gott, am Strand laufen die Mädels auch leicht bis gar nicht bekleidet rum teilweise. Ich sehe da nichts Schlimmes dran."

Zora steckt seit fünf Jahren in einer Beziehung, ihr Freund weiß um ihren Job. Er vertraut ihr, weiß, dass es zwar eine Leidenschaft, aber dann doch auch wieder nur ein Job ist.

"Viele Männer sagen, sie hätten ein Problem damit. Aber die sehen mich natürlich auch nur aus Sicht eines Gastes. Nicht privat. Die sehen nicht, dass auch ich mal nicht so gut drauf oder mal ruhiger bin."

Da Zora selbstständig ist, tanzt sie nicht in einem Stamm-Club. Mal ist sie für ein Harley Davidson Meeting gebucht wie am Wochenende in Hattingen, mal tanzt sie auch in Clubs, mal fährt sie bis zum Bodensee mit ihrem Team.

Sie hat Spaß an dem Job, auch wenn er anstrengend ist. 200 Euro gibt sie im Durchschnitt monatlich für Kostüme und Fahrtkosten aus.

Die Preise für Auftritte seien stark in den Keller gegangen, meint Zora. "Früher haben Gogos bis zu 500 Euro oder mehr die Nacht verdient. Jetzt ist es deutlich weniger.

Aber auch das sind immer noch bessere Preise als manch ein anderer im Nachtleben. Sogar der Job des Türstehers steht nicht an oberster Stelle was den Verdienst angeht."

Schlechte Erfahrungen? Fehlanzeige

Schlechte Erfahrungen hat die 29-Jährige selten gemacht. Wenn dann mal ein Gast sie angetascht hat: "Ach da gab's dann eine Schelle und gut ist. Das kommt aber auch sehr selten vor."

Ihren Job möchte sie gerne so lange ausüben wie sie darf. Sobald sie allerdings merkt, dass das Publikum sie nicht mehr sehen will, hört sie aber dann doch auf.

"Irgendwann wird jeder halt alt." Bis dahin möchte sie sich aber etwas aufgebaut haben. Damit sie ihre kreativen Ideen an andere Tänzerinnen weiter geben kann.

Mehr über Zora gibt's auf ihrer Facebookseite Zora Highlights

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