Im Restaurant Artemis am Gänsemarkt passt alles zusammen

Das griechische Restaurant „Artemis“ am Gänsemarkt
Das griechische Restaurant „Artemis“ am Gänsemarkt
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Ein Nachmittag in den Ferien, und wir haben Lust auf Griechisch. Das wird nicht einfach, der Typus des altbekannten griechischen Restaurants ist vom Aussterben bedroht.

Das mag seine Berechtigung haben, denn viele griechische Gastronomen haben ihren einst guten Ruf mit schlechter Qualität verspielt. Und so ganz typisch griechisch sind sie ja auch nicht, die Gyros-, Souvlaki-, Suzuki-Fleischberge an Fritten.

Die Szene hat die Zeichen der Zeit erkannt und legt den Schwerpunkt nun eher auf ein mediterranes Angebot. Was jedoch den Unterschied zu italienischen Restaurants oder den klassischen Jugoslawen verwischt. Wir werden fündig in Essens Mini-Gastromeile in der City am Gänsemarkt. In direkter Nachbarschaft zu Italiener, Inder & Co. wartet das „Artemis“ mit griechischen und internationalen Klassikern auf.

Jeder bedient jeden

Recht groß ist der Innenraum – natürlich von Göttern, Säulen und Sirtaki dominiert, und dass jede Menge griechische Landsleute hierher kommen, spricht für die Küche. Das Servicekonzept ist diffus: jeder bedient jeden Tisch, das macht es einen Moment lang ungemütlich, bedenkt den Gast aber mit großer Aufmerksamkeit. Um 17 Uhr ist der Laden jedenfalls nahezu voll.

Der Aperitif-Teller vereint mit einem köstlichen Oktopus-Salat, Zaziki, Taramas, Weinblättern, Käse, Oliven, Peperoni alles, was das Vorspeisenherz begehrt. Die Menge reicht bei 9,80 Euro locker für zwei. Unsere Hauptgerichte, Souvlaki (10,90) und Gyros überbacken (12,90) sind so, wie wir sie erwartet haben. Die zwei Spieße kommen klassisch mit Pommes frites und Reis, sind aber für meinen Geschmack zu rosa gebraten. Freundlich und umgehend wird für Ersatz gesorgt. Das überbackene Gyros zeigt sich in der Metaxasauce saftig, die Käsemenge stimmt.

Kulinarisches Rad wird nicht neu erfunden

Überhaupt orientieren sich die Portionen zum Glück nicht an der More-than-you-can-eat-Mentalität. Dennoch bleibt das Artemis konventionell, was sich etwa an der typisch rosafarbenen Salatsauce zeigt. Generell wird das kulinarische Rad hinsichtlich Komposition und Arrangement nicht neu erfunden. Aber manchmal muss eben genau das sein, und dann passt hier einfach alles zusammen.

Artemis, Gänsemarkt 44, Telefon: 0201/226707, täglich 11.30-14.30 und 16.30-23.30 Uhr. www.artemis-essen.de

Weitere Gastro-Kritiken, Ausgehtipps und Geschichten aus der Essener Gastronomie finden Sie auf unserer Spezialseite „Essen kulinarisch“.

 
 

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